Stadtspaziergang „Goldener Faden“ durch Erding

Führung von Anton Hirth vom Historischen Verein Erding

21.01.2020, mit Sonja Schupsky – Unsere Gruppe von Wandern, darunter einige noch-nicht Mitglieder, trafen am frühen Nachmittag am Schrannenplatz ein. Die dichte Nebeldecke wollte nicht weichen, was eigentlich so bestellt und vorhergesagt war. Egal – wir gehen trotzdem warm eingepackt los auf dem Rundgang „Goldener Faden“. Der Name kommt von den in den Boden eingelassenen gülden-schimmernden Bronzeplatten, die der Erdinger Künstler Harry S. entworfen hat. Auf ihr wird die weiterführende Richtung zur nächsten Sehenswürdigkeit mittels Pfeil angegeben.

Bronzeplatte mit Richtungsangabe

Unterschiedliche Verwendungen hat das närrisch-geschmückte Frauenkircherl erlebt. Heute gibt es Ausstellungen und anderen Veranstaltungen Raum.

Frauenkircherl im Faschingsgewand

Nach dem Motto „Ansehen und Begreifen“ betrachteten wir das Bronze-Tischwerk von Heike Maria Metz am Kleinen Platz. Hier ist Erding in Miniatur sehr anschaulich dargestellt.

Stadtrelief

Anton Hirth war dank eines Mikrofons gut zu verstehen, was bei der großen Gruppe wichtig war. Am wappengeschmückten Rathaus wurde humorvoll an ähnliche Begebenheiten, wie im Königlich Bayrischen Amtsgericht vor vielen Jahrzehnten, erinnert. Auch der neue Tunnel wurde besprochen, der zukünftig Verbindung zum Neubau schaffen soll. Ob wir Bürger den wohl auch nutzen dürfen?

Im Heilig-Geist-Hof

An der Heiliggeist-Spitalkirche vorbei kamen wir zum Heiliggeisthof mit den ehemaligen Spitalhäusern. Wir betrachteten den hübschen „Brunnen der tugendhaften Tauben“. Eine von ihnen ist besonders gesellig und hat den ursprünglichen Standort bereits gewechselt, um den Ihren zugetan zu sein. Dann erreichten wir das alte Stadttour mit seinem halbrunden Wehrturm, das ausführlich besprochen wurde. Dann wurden wir vor dem Aufstieg zum „Dunschiberg“ gewarnt: aber halt – wir als geübte Wanderer nahmen den Höhenunterschied leicht und erreichten schon bald das Plateau.

Am Bahnhof wird der offizielle Beginn des „Goldenen Fadens“ mit einer Stehle markiert. So können auch Auswärtige gleich mit der Begehung starten. Der Start über den schönen Stadtweg kann aber an jeder der über 40 Tafeln beginnen. Beschreibende Flyer liegen übrigens im Tourismusamt aus. Den Heiligen Nepomuk konnten wir am Schönen Turm bei der Sempt bewundern. Der hübsche Wehrturm des auch als „Landshuter Tor“ bezeichneten Bauwerks ist das Wahrzeichen Erdings. Es ist sicher eines der schönsten Türme Bayerns und das letzte von vier Tortürmen Erdings.

Am Schönen Turm

Unter dem Torbogen, in einem kleinen Pralinengeschäft, hat der Künstlermaler Franz Xaver Stahl in den 20er Jahren ein Wandfries geschaffen, das noch heute die Blicke der Gäste auf sich zieht. Weiter gings über den Rätschenbach, zum Tilly-Balkon und weiter zum modernen Modehaus Gruber.

Am Rätschenbach
Gruber-Glasfassade

Hier in der Nähe waren zwei hinweisgebende Kunstwerke auf der Dachfirst zu entdecken. Die Spindel und das Wollknäuel verrieten etwas über die Auslagen der Kaufhäuser in der schönen Gasse.

Rasch ging es an der Eistheke vorbei, da nun wirklich keinem der Sinn nach einer Erfrischung war.

Schnell vorbei! Kalt genug …

Viel zu berichten wusste Anton Hirth in der Langen Zeile. Eine neue Nutzung hat das schmucke Haus der (Stoff-)Reste-Kattl erfahren. Hier ist nun ein Antiquitätengeschäft untergebracht.

Antik statt Reste

Was man bei normalen Stadtbesuchen in geschäftigen Tempo übersieht, konnten wir an vielen sehenswerten Fassaden betrachten. Eine geschmiedete Kugel über einem Eingang oder ein besonders auffälliges Tor: hier wird die Geschichte des Hauses erzählt.

Stadtgeschichte anschaulich

Am barocken Widnmann-Palais, das bis 1987 das Landratsamt beherbergte, ging es weiter durch ein Tor zur Roßmayr-Gasse, wo wir die Brücke über den Saubach erreichten. Halt – Foto/Erklärstopp!

Am Widnmann-Palais
Schmucker Pavillon

Hier konnte auch das kleine Gartenpavillion sowie die Erdinger Moschee von hinten betrachtet werden. Wir fragten uns, wie das Moschee-Gebäude vor seiner kulturellen Verwendung wohl ursprünglich genutzt wurde. Es sind viele kleine Fensterzellen zu sehen…

Am Steg zum Saubach …
… und am Saubach entlang

Nach einem kurzen Stück am Bach entlang erreichten wir am ehemaligen Bräuhausviertel das Denkmal des Stadtpatrons „Sankt Prosper“. Es wurde vom Erdinger Künstler Rudolf L. Reiter eschaffen. Man sieht es gleich nach der Brücke, wenn man aufschaut, denn es steht auf einem hohen Sockel.

St. Prosper

Auch dem Stifterehepaar Fischer wurde ein hübsches Denkmal errichtet. Es erfreut jedes Jahr viele Erdinger Kinder mit „Fischer’s Fröhlichem Tag“, wo es schulfrei und nach dem Gedenkgottesdienst eine kostenlose Gaudi für alle gibt.

Am Fischer-Denkmal

An der Schrannenhalle angekommen sah man bei den Teilnehmern schon viele rote Nasen. Einige wechselten nervös das Standbein – es war um die Null Grad und nach fast zwei Stunden Spaziergang sehnten sich alle nach Wärme. Wir marschierten zügig zum ersehnten Café Stärkl’s, wo wir an einer schönen langen Tafel Kaffee & Kuchen zu uns nahmen.

Stärkung beim Stärkl’s

Unser Dank gilt dem versierten Führer Anton Hirth, der auch von einer bemerkenswerten Bergsteiger-Karriere zu berichten wusste. Er ist natürlich auch einer von uns: ein Alpenkranzl-Mitglied mit großem Engagement im Historischen Verein. Hab Dank, lieber Anton! Es war ein kurzweiliger interessanter Stadtrundgang mit dir!

Alle beinander

Teilnehmer:

  1. Höllinger, Alois
  2. Höllinger, Marianne
  3. Wörndle, Sonja
  4. Pompl, Maria
  5. Schröter, Ingeborg
  6. Schröter, Edi
  7. Puchta, Gernot
  8. Sieger, Paula
  9. Aigner, Margit
  10. Meier, Rosina
  11. Ottmann, Christa
  12. Steier, Caroline
  13. Völkl, Christine
  14. Irl, Karin
  15. Erl, Aloisa
  16. Teige, Karin
  17. Groden, Gisela
  18. Mayr, Lotti
  19. Wenhart, Erika
  20. Scholz, Dieter
  21. Scholz, Annemie
  22. Eimer, Hannelore
  23. Mau, Otti
  24. Breske, Christine
  25. Budil, Günther
  26. Woletz, Gabriele
  27. Woletz, Gerhard