Schmankerltour auf das Schönfeldjoch

Bergsteigen kulinarisch

20.09.2020 mit Hans Sterr – Wer Bergsteigen geht, der/die sollte sich auch was gönnen – oder frei nach Goethe: Das Leben ist zu kurz, um schlechte Gipfelbrotzeiten zu essen. Mit diesem Motto machen sich zwölf Alpenkranzler*innen auf den Weg.

Morgenstimmung am Kaiser

Wir starten unsere Tour an der Ackernalm über dem Ursprungpass, die wir über die Mautstraße ab Landl erreichen. Ein Auto kommt allerdings etwas später rauf – dem Fahrer dieses Autos ist der Maut-Chip runtergefallen und im Nirwana unter dem Sitz verschwunden (also das, was man in den Fernsehkomödien immer sieht). Kurz bevor er den Sitz ausbauen muss, findet sich aber dann der Chip in einer Ritze – freie Fahrt nun auch für das dritte Auto. Aber weil er schon den Schaden hat, wollen wir uns den Spott verkneifen und nennen deshalb den Namen Harald Schramek nicht.

Ziel im Blick: Das Schönfeldjoch
Neben steilen Wänden verläuft der Aufstieg …
… aber frohen Mutes

Wir parken an der Ackernalm und beginnen dort unsere Tour. Wie bei jeder guten Bergtour geht es zunächst einmal runter (gleich rauf kann ja jeder). Bei der Abzweigung zur Wildenkaralm verlassen wir die Mautstraße und steigen zunächst auf einer Teerstraße bergan. Nach der Wildenkaralm beginnt dann der eigentliche Bergsteig, der uns zunächst Richtung Wildenkarsattel führt.

An der Wildenkaralm
Deutscher Enzian

Der Steig führt nun hinauf zum Wildenkarjoch – und da kommen wir ins Diskutieren: Ein Joch ist ja eigentlich ein Übergang, aber der Übergang hier heißt Sattel, während der Berg Joch heißt, obwohl er kein Übergang ist. Da sollst Du Dich auskennen bei den Tirolern … (ja, bei de Baiern scho aa).

Kletterer über dem Wildenkar
Am Wildenkarsattel

Wie auch immer queren wir unter dem Gipfelgrat entlang auf landschaftlich interessanten Steigen.

Schotterige Querung
Schattenspiele
Über Felstürme hinweg
Am Wildenkarjoch …
… mit Blick zur Rotwand …
… und zum Hinteren Sonnwendjoch
Der Gipfelgrat …
… ist stellenweise recht schmal

Wir erreichen den aussichtsreichen Grat, der an manchen Stellen durchaus schmal ist und Aufmerksamkeit erfordert, aber sehr genussreich hinauf- und hinüberführt zum höchsten Punkt unserer Tour, dem Schönfeldjoch mit 1.779m.

Und weil es der höchste Punkt ist, wollen von hier die umliegenden Berge benannt werden: vom nahen Hinteren Sonnwendjoch über Schildenstein, Plankenstein und Rotwand, hinüber zu Traithen, Brünnstein und Kampenwand, vom Geigelstein über Zahmen und Wilden Kaiser bis in die heute diesigen Hohen Tauern – der Gipfelblick da oben ist schon vom Feinsten.

Das Buffett wird vorbereitet

Wir steigen hinab Richtung Heimkehrerkreuz, denn wir haben ja noch was vor: Unser Buffett wartet auf uns. Dazu haben alle Teilnehmenden eine spezielle Gipfelbrotzeit mitgebracht, die wir auf einer Tischdecke schön aufbauen. Um nur mal ein paar Schmankerl zu nennen:

Vom Feinsten
  • Niederbayerischer Erdäfelkas
  • Zwetschgen in Speckmantel, gebraten
  • Pfannkuchenrolle, gefüllt mit Frischkäse und Speck
  • Valpolicella-Wein-Salami vom Gardasee
  • Spezial-Nudelsalat
  • Gemüsepflanzerl
  • Bergkäse aus der Schweiz, Österreich und Deutschland
  • Spanische Chorizo
  • Selbstgezogene Tomaten
  • Kalter Braten
  • Apfel- und Nusskuchen
  • usw.

Dazu noch gschmackigen Wein … (wobei bemerkt werden muss, dass der Tourenleiter von einer Teilnehmerin solange mit einer Frage abgelenkt wird, bis die eine Flasche Hauswein leer ist und er keinen Schluck nicht erwischt hat. Ausgfuchste Bande, ausgfuchste).

Kadaver

Solcherlei Schlemmereien machen natürlich nach getaner Arbeit etwas müde, weshalb die meisten ein kleines Gipfelnickerchen an die Mahlzeit anschließen.

Mei, kannt i schlaffa …

Aber irgendwann ist man ausgeschlafen und es kann weitergehen. Wir steigen hinunter zum Heimkehrerkreuz, wo wir das Bufett eigentlich aufbauen wollten, aber der Platz war schon von einer anderen Gruppe belegt. Das Kreuz wurde 1949 von einem dankbaren Kriegsheimkehrer errichtet.

Heimkehrerkreuz
„In Kriegsnot die Höll geschaut,
Aus Dankbarkeit dies Kreuz gebaut“
Am Rückweg

Danach geht es weitgehend weglos auf Steigspuren hinunter zur Schönfeldalm, die um diese Jahreszeit aber keine Rinder mehr hier oben hat, und von dort weiter auf den sehr schönen und fast auf einer Höhenlinie verlaufenden Verbindungsweg wieder zurück zur Wildenkaralm.

Einkehr in der Ackernalm

Wir steigen wieder hinab zur Mautstraße; die 140 Hm Gegenanstieg zur Ackernalm jucken uns nicht wirklich. Mit einer Einkehr in der Gaststätte beenden wir unsere kulinarische Bergtour.

Mit zum sensationellen Buffett beigetragen haben:
Irmgard Faltermaier, Angelika und Armin Hofmann, Claudia Honsberg, Ulrich und Ulrike Liepelt, Conny Neumaier-Prey, Elisabeth Neumeier, Harald Schramek, Sonja Schupsky und Peter Steuer
Tourenleitung und Chef du Buffett: Hans Sterr