Radltour im Rottal

Von Gangkofen nach Eggenfelden

19.09.2020 mit Heinz Barczewski – Eine Radtour mit Heinz ist immer ein Event. Ob drängende Fragen der Politik, gesellschaftliches Leben im Zusammenhang mit Außentemperatur, Radarblitzen oder Akkuladestand – Alles kommt auf den Tisch. Doch der Reihe nach.

Los ging´s am Bauernhausmuseum auf der B388 mit drei Autos in Richtung Osten. Bereits in Taufkirchen auf Höhe des Amper-Klinikums gab es Blitze ohne Anzeichen eines Gewitters – mal schau ‘n, was da noch nachkommt.
In Gangkofen keine Parkplätze an der Peripherie, dafür kostenlose (!), breite Bestparkplätze am Marktplatz.

Gangkofen – Markplatz

Bei gefühlten Minusgraden (real 9⁰ C), gegen den Ostwind und unterschiedlich eingepackten Teilnehmern ging es den Fluss Bina entlang, zunächst meist auf Schotterwegen, an Massing vorbei,

Kirche Oberdietfurt

wo das Bächlein in die Rott mündet – wir waren im Rottal.

Rott bei Eggenfelden

Dabei kamen wir zügig entlang der Rott, mal am linken, mal am rechten Ufer nach Eggenfelden. Vorbei an abgeernteten Feldern, bereits etwas gefärbten Bäumen und stellten fest: Der Sommer ist nun vorbei.
In Eggenfelden stellte sich die Frage, ob man bis zum Mittagessen durchhalten könnte. Die Antwort war dann eine Bäckerei mit Kaffee und vorzüglicher Linzer Torte. Dass diese Entscheidung richtig war zeigte die Weiterfahrt an den Rottauen-Stausee, wo der angepeilte Italiener leider geschlossen hatte und wir dann eben die Staumaueranlagen bestaunten.

Auf der Staumauer
Rottauen-Stausee

Gebaut als Hochwasserrückhaltebecken mit einer 300 kW – Kaplanturbine zur Stromerzeugung wurde aus der ursprünglichen Hochwassermaßnahme ein sehr schönes Erholungsgebiet mit Bade- und Bootsbetrieb und einem angrenzenden Golfplatz.

Zurück ging´s dann am See entlang, vorbei am Segelflugplatz

Segelflugplatz bei Eggenfelden

nach Eggenfelden zum Mittagessen am Marktplatz.

Eggenfelden – Am Markplatz

Im Freizeitpark von Eggenfelden sahen wir dann einen Kletterturm und konnten mit unserer Zweimeterlatte Hans Buchmann die optimale Zaunhöhe nachmessen.

DAV-Kletterturm Eggenfelden

Verlief die bisherige Fahrt linear, zielorientiert am Fluss entlang, so hatte der Rückweg mehr die Form eines Mäandermusters. Vielleicht lag´s auch an der Nachricht vom gecancelten Wiesnbeginn, dass sich mir der Vergleich mit einer Achterbahn aufdrängte: Scharfe Links- und Rechtskurven, bergauf und bergab, aber in wunderschöner Landschaft, mit nunmehr angenehmen Temperaturen auf wenig

Unterwegs

Die Orte am Weg hatten Namen wie Hausen, Diepoldskirchen oder Rattenbach und waren klein, idyllisch, von beschaulicher Ruhe und weit entfernt jeder Hektik. Das Bähnchen, dessen Schienenweg wir mehrfach kreuzten, hatte auch schon verkehrsreichere Zeiten erlebt – kurz, eine Gegend in der auch Carl Spitzweg Motive für seine Bilder gefunden hätte. Die akribische Vorbereitung durch Heinz hatte sich voll gelohnt.

All das interessierte zwei Mitglieder unserer Truppe allerdings weniger. Für sie stellte sich angesichts der Berg- und Talfahrten mehr die brennende Frage: Reicht der Strom im Akku oder nicht. Er reichte nicht und etwa drei Kilometer vor dem Ziel, quasi im Auslauf, musste auf reinen Muskelbetrieb umgestellt werden. Als Berichterstatter und selbst Stromer fiel mir auf, dass, außer einem „Geht schon noch“ bei den „Nichtstromern“ das Verständnis für diese Lage nicht besonders ausgeprägt war. So erreichten wir dann z. T. stromlos, aber gemeinsam unser Ziel.

Abgerundet wurde der Tag mit Eiskaffee und Galaktoburika beim Griechen

Galaktoburika

in Gangkofen bevor es etwas müde, aber mit den Eindrücken einer wiederum sehr schönen Fahrt mit 94 km und 750 Höhenmetern wieder nach Hause ging.

Teilnehmer: Ute Kashoa, Hans Buchmann, Josef Kirmair, Ludwig Kirmair (Tourenbericht) und Ade Wörndle
Tourenleitung: Heinz Barczewski