Nur mit Krimi radelt Mimi

Isar-Vils-Niederbayern-Krimi-Radl-Tour

27.06.2020 mit Heinz Barczewski – Bereits 1962 sang Bill Ramsey „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Mimi erwies sich als Trendsetter (auf Neu-Deutsch „Influencer“): schaut man sich das tägliche Fernsehprogramm an, dann sieht man: ohne Krimi geht Deutschland nicht ins Bett. Diesen Trend darf natürlich auch das Alpenkranzl Erding nicht verpassen, drum bietet Heinz eine Niederbayern-Krimi-Tour an.

(Anm.d.Red.: Der Verfasser scheint „Trendsetter“ als altes bayerisches Wort einzustufen)

Insgesamt 6 Kranzler sind Krimi-süchtig und machen sich auf den Weg nach Loiching (an der Isar), wo sie um kurz nach 9 Uhr starten. Zuerst geht es gen Süden ins Vilstal, vorbei an interessanten Hochbeeten.

Vilsauen
Grün in Grün

In Frontenhausen gibt es erst einmal eine Cappuccino-Pause, bevor es zum Eberhofer-Kreisel gibt. Für Krimi-Ignoranten kurz erklärt: seit 2010 schreibt Rita Falk jährlich einen Krimi, der im fiktiven Niederkaltenbach in Niederbayern angesiedelt ist und dessen Hauptprotagonist der Dorfpolizist Eberhofer ist. Sechs dieser mittlerweile 10 Krimis wurden verfilmt (Dampfnudelblues, Leberkäsjunkie etc.). Für den Film werden natürlich reale Schauplätze benötigt und so spielen dann eben etliche Szenen in Frontenhausen und Umgebung (u.a. der genannte Kreisel).

Filmkulisse 1
Filmkulisse 2

Weiter geht es nun entlang des Vilstalradweges gen Osten, vorbei am Vilstalsee und etlichen Gemüsefeldern,

Die Gurken sind auch schon gut

bis wir bei Mettenhausen auf den Bockerlbahnradweg wechseln. Wie der Name vermuten lässt geht es nun auf einer ehemaligen Bahntrasse wieder über die Hügel ins Isartal nach Landau an der Isar.

Blick auf Landau

Im Gasthof zur Post werden wir erstklassig verköstigt. Mittlerweile ist es bereits ordentlich heiß, weshalb auch Flüssigkeiten nachgeführt werden müssen.

Nächste Station ist die Kirche in Zulling. Hier zitiere ich einfach mal Wikipedia: „Hinter der Kirche, auf der Nordseite findet man den Teufelstritt von Zulling, auch als Frevlertritt von Zulling bekannt. Dabei handelt es sich um zwei grasfreie Fußabdrücke im Rasen. Um diese rankt sich eine mittelalterliche Sage. Danach bewohnten besonders wohlhabende Ritter eine Burg an der Isar. Eine wertvoll ausgestattete Kirche gehörte zu ihrem Besitz. Diese wurde der Sage nach ausgeraubt. Beim Sprung aus dem Nordfenster der Kirche wurde der Räuber mit dem Diebesgut vom Blitz erschlagen. Seitdem wächst in den zurückgebliebenen Fußtritten kein Gras mehr. Wie man sieht – Verbrechen lohnt sich nicht und schädigt auch noch die Natur.

Da wächst immer noch kein Gras

Kurz darauf wartet das nächste Highlight: der wachsende Felsen von Usterling, die größte Steinerne Rinne in ganz Süddeutschland. Das Alter wird auf über 800 Jahre geschätzt und Verursacher ist extrem kalkhaltiges Wasser. Einen kriminologischen Hintergrund hat dieser Felsen nicht, trotzdem interessant.

Unterer Auslauf des wachsenden Felsens

Die Sehenswürdigkeiten jagen einander: der Widder von Usterling. Der hydraulische Widder – 1796 von dem Franzosen Joseph-Michael de Mongolfier erfunden – ist eine selbstständige, wassergetriebene, zyklisch arbeitende Pumpe, zu dem Zweck, Wasser an eine höher gelegene Stelle zu pumpen. Wie das genau funktioniert – keine Ahnung. Ein Teil der Teilnehmer hat so getan, als würden sie das Prinzip verstehen. Na ja.

Das letzte Ziel war für alle verständlich: der wunderschön schattig gelegene Biergarten zur alten Mühle bei Mamming. Nach erneuter Getränkeversorgung folgen wir dem Isarradweg weiter gen Quelle bis wir in Loiching wieder zu unseren gut vorgewärmten Autos gelangen.
Fazit: eine abwechslungsreiche Tour mit etlichen Sehenswürdigkeiten in einer vermeintlich „langweiligen“ Gegend. Vielen Dank an Heinz für die Organisation und Durchführung. Übrigens: alle Teilnehmer haben sich durchweg gesetzeskonform verhalten, keine Gewaltdelikte, Zechprellerei, Verstöße gegen die Verkehrsordnung oder das Betäubungsmittelgesetz. Danke auch dafür.

Daten: 78 km; 420 Höhenmeter

Teilnehmer: Uschi Schranz, Josef und Ludwig Kirmair, Martin Kubatz, Volkmar Siegl (Tourenbericht)
Tourenleitung: Heinz Barczewski