Kontraste im Isental

Unterwegs zur umstrittenen Autobahn A94

4. Oktober 2020, mit Wolfgang Mayr – Das Wetter war bestens, obwohl es am Morgen noch trüb und kalt war und wir deshalb den Start auf 11:00 Uhr verschoben hatten. Sinn der Radltour war es, sich mal in aller Ruhe anzusehen, wie die neue Autobahn das Isental verändert hat. Das kriegt man nämlich nicht mit, wenn man mit dem Auto auf der A94 fährt.

Zuerst ging es auf dem Fahrradweg von Erding nach Hörlkofen – kein besonderer Spaß wegen des Verkehrs auf der parallel dazu verlaufenden Straße. Aber kurz nach Hörlkofen konnten wir nach Wolfswinkel abbiegen und da waren wir auf den Waldwegen nur mit ein paar anderen Radlern unterwegs. Bald trafen wir zum ersten Mal bei einer Überführung  auf die Autobahn, und fuhren anschließend auf einem Schotterweg, vermutlich anlässlich des Autobahnbaues angelegt, Richtung Osten. Dieser Weg ist allerdings nicht durchgehend. Bei Hammersdorf muss man ihn kurz verlassen und er endet plötzlich wieder vor Graß am Holz.

Als  Kiesweg neben einer Autobahn besitzt er sogar eine eigene Leitplanke, die wahrscheinlich vor dem Graben daneben schützen soll – der ist vielleicht mal gerade 20cm tief und daher mit Sicherheit äußerst „gefährlich“. Uns jedenfalls hat sich der Sinn der Leitplanke nicht erschlossen.

Leitplanke für den Kiesweg – wahrscheinlich soll er zu schnelle Radfahrer vor dem rechts befindlichen Minigraben beschützen. Sie führt auch noch weiter, obwohl der Weg schon zu Ende ist

Am Ende des Weges vor Graß am Holz mussten wir nach links über einen sehr schlammigen Waldweg weiter– Schieben war angesagt. Bald unterquerten wir die A94 bei Außerbittlbach zweimal – die erste Unterführung ist ja noch recht klein, dafür ist die zweite aber monströs, weil sie als Brücke über die Isen angelegt ist und verhindern soll, dass die A94 eine Senke überwinden muss. Zumindest kann jedes nur vorstellbare Jahrtausendhochwasser diesem Bauwerk mit Sicherheit nichts anhaben.

Autobahnüberführung über die Isen bei Außerbittlbach
Nur damit man die Dimensionen der Säulen besser erahnen kann, hat sich Adi Wörndle mal mit dem Wegschieben versucht

Nach Lengdorf folgten wir der A94 auf der Südseite bis Kopfsburg, um dann den Berg hinauf zum Holzwirt zu fahren, wo wir pünktlich um 13:00 Uhr ankamen, genau zu der Zeit, zu der wir reserviert hatten. Glücklicherweise waren im Freien auch noch Tische frei. Unterbrochen wurde unser Mittagessen dann aber durch einen ziemlich lauten Knall. Dort, wo unsere und andere Fahrräder standen, staubte es: Jemand hatte es mit dem Aufpumpen wohl übertrieben – der Reifen war geplatzt.

Nach dem Essen fuhren wir das letzte Mal bei Watzling über die Autobahn, die dort in einer tiefen Senke verläuft, um dann entlang der Isen wieder nach Lengdorf zu gelangen. Obwohl man an der Isen nur ungefähr eineinhalb Kilometer von der Autobahn entfernt fährt, ist von dieser fast nichts zu merken. Den Erbauern ist es zumindest gelungen, ihr Bauwerk gut zu verstecken. Ein Teilnehmer meinte zu mir, man sollte das Ganze mal an einem Wochentag wiederholen, wenn auch die Lastwagen unterwegs sind. Ob es dann noch genauso ruhig sein wird?

Um nicht der großen Straße folgen zu müssen, wählten wir den Weg über Mehnbach, und Kolbing nach Walpertskirchen. Dort gab es bei einem Teilnehmer zuhause noch Kaffee und Zwetschgendatschi.

Mit dabei waren Wolfgang Mayr (Bericht), Adi Wörndle und Rudolf Weiß.