Landkreiswanderung bei Niederstraubing

Im Biergarten mit Eis und Senf

10.11.2019, mit Heinz Barczewski – Ein trüber, nebliger Novembermorgen, Temperaturen knapp über Null Grad, so die äußeren Bedingungen am Start der Wanderung in der Umgebung von Niederstraubing, ausgehend vom Gasthof (mit angeschlossener Metzgerei) Brenninger. Zwei Teilnehmer fehlen, also warten wir noch eine Viertelstunde. Nach deren Ablauf starten wir aber, denn frieren mögen wir auch nicht. Die ersten wärmenden Handschuhe werden bereits angezogen. Wir marschieren in Richtung Deuting. Die abgestorbenen Pflanzen am Wegesrand sind dem Wetter entsprechend mit morgendlichem Raureif überzogen.

Raureif-Belag

Es geht durch Deuting hindurch auf einem Feldweg zur Brünnelkapelle. Die Bäume zur Rechten ergeben an diesem nebligen Novembermorgen ein schönes Stimmungsbild; und die Stimmung der Teilnehmer ist bestens, warm ist uns mittlerweile auch geworden.

Baumgruppe im Nebel

Ein kurzer Rechtsschwenk bringt uns in den Wald zur Brünnelkapelle; leider verschlossen.

Brünnelkapelle

Die Brünnel- oder Bründlkapelle wurde im Jahr 1707 unter dem Hofstarringer Hofmarksherrn von Fraunberg oberhalb einer Heilquelle errichtet. Die Kosten teilte er sich mit dem Hofstarringer Wirt. 1767 erhandelte der Steinkirchner Pfarrer Ägidius Deutinger von der Filialkirche in Grucking einen Altar um zwei Gulden. Im Anschluss an die Bründlerweiterung im Jahr 1840 auf die heutige Größe von 7 x 4,5 m wurde am Pfingstdienstag 1849 ein bis heute gemalter Kreuzweg aufgestellt. 1987 verwüstete ein Brand das Innere der Bründlkapelle vollständig; für den sofort begonnenen Wiederaufbau konnten nur die Außenmauern verwendet werden. Vor der Kapelle befinden sich das Grab des unbekannten Soldaten sowie in Beton gefasst die Heilquelle. Dieses Bründlwasser gilt auf die Fürsprache Mariens hin als heilkräftig, viele Besucher waschen sich damit die Augen aus oder trinken davon.

Quelle: Auszug aus Beschreibung von Dieter Neumaier und Thomas Attensberger

Die Kapelle war leider (erwartungsgemäß) verschlossen, die Tafeln des Kreuzwegs vermutlich winterfest eingemottet.

Durch den Wald erreichen wir den Verbindungsweg von Reit nach Am See, der uns auch aus dem Wald hinausführt. Und Überraschung: die zwei fehlenden Teilnehmer tauchen wie aus dem Nichts auf: der Wirt hat sie uns über eine Abkürzung hinterher geschickt. Recht schattig scheint es hier in der Nacht gewesen zu sein; wir entdecken die ersten vereisten Senfblüten.

Senf mit Eis

Durch Am See (keiner weiß warum der Ort so heißt: See ist keiner zu sehen) kommen wir über eine Kuppe an die ersten Häuser von Schröding. Wir überqueren die Straße und nutzen einen Waldweg vorbei an einem einsamen Gehöft und einem Fischweiher (ziemlich dunkles Wasser, ob da überhaupt Fische drin sind?) mit Zielrichtung Ziegelberg. Diesen Ort erreichen wir aber nicht, weil wir kurz vorher in Richtung Stockach abbiegen. Kurz läßt uns die Sonne in der Hoffnung auf einen Durchbruch; aber lange hat sich diese Hoffnung nicht gehalten. Im Gehöft Stockach genießen mehrere ausrangierte Traberpferde ihr Gnadenbrot. Neugierig werden wir aus der oberen Stalltür-Luke beobachtet.

Wer da wohl kommt?

Über Oberstraubing kommen wir dann wieder an unser Start und Ziel, den Gasthof Brenninger. Hier werden wir bestens mit dem bestellten Schweinebraten oder den Schnitzeln verwöhnt. Normalerweise ist die Gaststätte am Sonntag geschlossen; das Wirtsehepaar hat extra für uns aufgekocht; und das wirklich sehr, sehr gut. Hier werden wir bestimmt nochmals einkehren; das Lob der Teilnehmer fiel natürlich eindeutig positiv aus.

Leider zur falschen Zeit im Biergarten

Teilnehmer: Irmgard und Sebastian Faltermaier, Louisa Handorf, Ingeborg Kanacher, Ute Kashoa, Sepp Kirmair, Fritz Müller, Helga und Kurt Ploner, Hubert Weiher, Erika Wenhard, Sonja und Ade Wörndle
Tourenleitung und Bericht: Heinz Barczewski