Auf der Innspitzrunde

Radtour mit Anweisung von oben

03.10.2020 mit Heinz Barczewski – Vorgabe von ganz oben: gegen 16 Uhr ist Regen avisiert; bis dahin sollten wir unsere Tour beendet haben. Deshalb starten wir recht früh in Erding und sitzen um 8:30 Uhr bereits auf den Sätteln am Ausgangspunkt an der Isenmündung in den Inn in der Nähe der A94-Autobahnabfahrt Altötting. Der Inn-Radweg führt uns zunächst bis kurz vor Töging. Wir ignorieren das Hinweisschild (Durchfahrt auch für Radler gesperrt; zur Not können wir ja schieben, denken wir), kommen aber nur bis zum Inn-Kraftwerk Töging. Totalsperre, aber sowas von total.

Totalsperre am im Umbau befindlichen Inn-Kraftwerk Töging

Also Kehrtwendung, zurück und durch Töging hindurch erreichen wir wieder die ursprüngliche Route (hinter der eingerichteten Sperrung). Quer durch die Felder radeln wir nach Mühldorf. Trotz der frühen Stunde und des Feiertags; zwei Cafes haben bereits geöffnet. Zeit für einen Cappu; ein Hungriger bekommt sein Frühstück in Form eines Käse-Sandwiches (damit er uns nicht vom Rad kippt).

Über Polling und Tüßling, vorbei am Riesen-Bio-Obst- und Gemüse-Treibhaus Reichenspurner Hof (frisches Gemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen usw. sowie Erdbeeren stehen im Automaten zum Verkauf feil) geht es –vorbei an nicht wenigen Pilgern- auf die lange Gerade (die Begriffe Gerade, Strecke, Linie und Strahl werden später auch nochmals definiert) nach Altötting.

Ein Feld mit maisähnlichen Pflanzen erregt unsere Aufmerksamkeit; keiner –auch der Fachmann unter uns- kann diese Pflanze zuordnen. Also: fotografieren (kann man ja später googeln!).

Was ist das für eine Pflanze?

Die home-office-Recherche ergibt: es handelt sich wohl um Sorghumhirse (aber sicher ist sich der Verfasser da auch nicht). Wer´s besser weiß, darf sich ruhig melden.

In Altötting geht es direkt ins Zentrum, wir machen ein Gruppenfoto vor der Gnadenkapelle (diese ist wegen Gottesdienst nicht zugängig) und setzen unsere Tour durch den Öttinger/Altöttinger Forst fort (Vergleiche mit dem Ebersberger-Forst werden laut). Bei Emmerting verlassen wir den Wald, überqueren den Alzkanal (dieser wird hinter Garching a.d. Alz von der Alz abgezweigt und dient zur Strom- und Wasserversorgung von Wacker in Burghausen), kommen durch Mehring

Mehring

und fahren in Burghausen in die längste Burganlage Europas. Da ist es schon bequem, den Weg nicht zu Fuß ablaufen zu müssen, sondern ein Rad dabei zu haben. Wir durchqueren die Burg in Längsrichtung, schauen mal links in Richtung Burghausen

Burghausen
Turmspitze St. Jakob

und mal rechts über den Wöhrsee.

Wöhrsee-Süd; rechts oben die Wallfahrtskirche Marienberg

Vorsichtig rollen wir steil hinab zum Stadtplatz (bei einem Teilnehmer werden unangenehme Erinnerungen an ein just hier gerissenes Bremsseil geweckt), direkt in den Biergarten des Bayrischen Hofes.

Mit Blick auf die wunderschöne Kulisse durch die Häuserfront

Obere Rathaus-Fassade mit historischem Wappen

und des vor dem Rathaus stehenden Kunstwerks „Radfahrer mit Katze und Hund“ von Edgardo Carmona

Radfahrer mit Katze und Hund

genießen wir unser wohlverdientes „spärliches“ Mittagessen.

„Spärlich?“ Man gönnt sich ja sonst nichts!

Auf einen Schlag wird es windig und kühler, die Ausläufer des angekündigten Föhnsturms erreichen uns. Zur Aufmunterung zeigt Torsten mittels Regen-App die riesige Wasserwand, die uns –vermutlich aber erst am späten Nachmittag- von Südwesten her erreichen wird.

Hinunter geht es zur Salzach und auf dem Uferweg vorbei am Kreuzfelsen Richtung Norden.

Kreuzfelsen

In früherer Zeit wurden Fischer und Wanderer oft von Angst ergriffen, wenn sie dem Felsen zu nahe kamen. Um Mitternacht hörten sie oft ein gespenstisches Seufzen vom Felsen her. Erst seit vor rund 150 Jahren ein eisernes Kreuz auf dem Fels errichtet wurde, bleibt es still.

Zitat Wikipedia (Auszugsweise)

Ein kurzes Stück Salzach-abwärts die nächste Sehenswürdigkeit am Salzach-Durchbruch.

Steilhang am Salzach-Durchbruch

Die Salzach hat sich hier nach der letzten Eiszeit etwa 70 Meter tief in den Flinzsand eingegraben und hinterlässt einen imposanten Steilhang mit zahlreichen Höhlen, in denen die seltene Äskulapnatter, Dohlen, Fledermäuse und Uhus leben.

Zitat Inn-Salzach Touristik

Unmittelbar dahinter liegt das Klärwerk der Fa. Wacker, dessen Auslauf in Form des Alz-Kanals (mit nunmehr bestens gereinigtem Wasser) die baldige Mündung in die Salzach sucht. Parallel zur Salzach gelangen wir auf der Deichkrone in das schöne Naturschutzgebiet Europareservat Unterer Inn, gebildet von den Uferregionen des Mündungsdeltas der Salzach in den Inn.

NSG Unterer Inn
Uferregion NSG Unterer Inn

Wir verlassen die Uferregion, schwenken nach links und da erwischen uns die Ausläufer des Föhnes mit voller Wucht frontal. Ca. 8 km strampeln wir gegen den heftigen Wind an, keine Freude war das (die „Stromer“ natürlich ausgenommen), bis wir bei Markl den Inn überqueren und nun „einigermaßen“ durch den Uferbewuchs windgeschützt die restlichen 16 km bis zum Start und Ziel radeln. Trotz des „Windschutzes“ haben wir immer das Gefühl, dass es ohne Ende bergauf geht. Die zwischenzeitlich lang ersehnte Sonne hat auch nur ein kurzes Gastspiel gegeben und sich zu (un)gunsten einer starken Bewölkung verabschiedet.

Einen kurzen Fotostopp legen wir noch am Peracher See ein; aber der lässt bei uns auch keine Badefreude aufkommen.

Peracher See

Gegen 16:30 erreichen wir das Ziel, von Regen bisher keine Spur. Den erwischen wir erst bei der Rückfahrt auf der Höhe von Dorfen.

Insgesamt sammeln wir auf dieser „vermeintlichen flachen“ Radl-Tour 335 Höhenmeter und 88 km Wegstrecke an.

Vor der Gnadenkapelle

Teilnehmer: Ute Blaschke, Josef Kirmair, Ludwig Kirmair, Torsten Kreisig, Georg Voichtleitner, Roland Weiß, Ade Wörndle
Tourenleitung/Bericht: Heinz Barczewski