Basis-Kurs Alpin 2026

Wanderwochenende auf der Tölzer Hütte – Ausbildung, Gipfel und jede Menge Gemeinschaft

Vorderriss, Tölzer Hütte, Schafreuter und Delpsjoch

28.08.2026 Um 09:00 Uhr treffen wir uns am Rewe in Altenerding. Nach einer kurzen Stärkung und der ersten Kartenkunde geht es gemeinsam in Richtung Vorderriss. Unser Ziel für die nächsten drei Tage: die Tölzer Hütte im Karwendelvorgebirge.
Am Parkplatz in Vorderriss angekommen, heißt es erst einmal: Wanderschuhe an, Rucksack auf und wanderbereit machen. Doch bevor wir überhaupt loslaufen, wartet schon die erste Aufgabe auf uns. Die Karte wird ausgebreitet und wir suchen unseren Startpunkt auf der Karte zu finden. Orientierung will schließlich gelernt sein!
Dann geht es über den Reitsteig los. Nach etwa 20 Minuten legen wir die erste kurze Pause ein, um Rucksack und Schuhe noch einmal richtig einzustellen und für den weiteren Weg gut gewappnet zu sein. Schließlich soll uns beides die nächsten Tage zuverlässig begleiten. Weiter geht es bergauf Richtung Tölzer Hütte. Zu Beginn zeigt sich das Wetter noch von seiner besten Seite und die Sonne begleitet uns auf unserem ersten Teilstück. Nach der Waldpassage entlang des Reitsteigs erreichen wir eine Wiese auf der wir uns erst einmal niederlassen und unsere Brotzeit zu uns nehmen. Im Anschluss geht es weiter Richtung Kälbereck und es wird nebelig. Die eingeschränkte Sicht ermöglicht es uns auf unsere anderen Sinnesorgane zu konzentrieren und wir hören die ersten „Kuhglocken“ durch den dichten Nebel. Doch wir wurden mit drei Pferden überrascht die durch den mystischen Nebel auf uns zu kamen. Ein eher ungewohnter Anblick –aber irgendwie auch ein richtig schöner Moment mitten in den Bergen. Und schnell bemerkten wir, dass Lukas unser Pferdeflüsterer ist. Denn das Fohlen folgte ihm nach einer Streicheleinheit bis zum kreuzenden Forstweg.

Bald erreichten wir das nächste Wegschild mit der Aufschrift: „Tölzer Hütte – 1 1/4h“.  Das heißt, das Ziel ist bald erreicht. Leider bewahrheitete sich der Wetterbericht und der gemeldete Regen erwischte uns kurz vor der Hütte. Doch das Wetter konnte der motivierenden Gruppe nichts anhaben und nach einer kurzen Zwangspause unter einem Baum ging es die letzten 30 Minuten weiter. Und wie es im Gebirge eben manchmal so ist: Kaum erreichen wir die Tölzer Hütte, kommt die Sonne wieder heraus. Perfektes Timing!
Jetzt heißt es erst einmal trockenlegen, umziehen, einchecken und bei einem warmen oder kühlen Getränk besprechen wir den weiteren Ablauf des Tages. Anschließend beschäftigen wir uns noch einmal ausführlicher mit der Kartenkunde und können das zuvor Gelernte direkt auf unsere Tour anwenden. Nach dem gemeinsamen Abendessen bleibt noch genügend Zeit für gute Gespräche und eine gemütliche Runde Würfeln. Hierbei wurde schnell klar: „Auch Kleinvieh macht Mist“. So lassen wir unseren ersten Tag auf der Tölzer Hütte ausklingen.

29.08.026 Der Samstagmorgen beginnt deutlich freundlicher. Wir wachen bei Sonnenschein auf und nach einem gemeinsamen Frühstück machen wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zu unserem ersten Gipfelziel des Tages: dem Schafreuter (2102 m). Während des Aufstiegs bekommen wir praktische Einblicke in die richtige Aufstiegstechnik. Schritt für Schritt arbeiten wir uns nach oben und merken dabei schnell, dass im alpinen Gelände nicht nur Kondition, sondern vor allem auch eine saubere Technik und vor allem Trittsicherheit gefragt sind. Das Gelände eignet sich ebenfalls hervorragend, um die Qualität der eigenen Wanderschuhe zu testen.

Die Anstrengung lohnt sich: Oben angekommen erwartet uns ein herrlicher Ausblick. Das Karwendelgebirge zeigt sich von seiner besten Seite und auch der Blick Richtung „Minga“ – München – lässt uns kurz innehalten. Nach einer kleinen Gipfelbrotzeit und nach dem Gruppenfoto vor dem Gipfelkreuz machen wir uns wieder an den Abstieg. Zurück an der Tölzer Hütte wartet eine ausgedehnte Mittagspause mit vorzüglichem Kaiserschmarrn auf uns. Danach machten wir es uns in den Liegestühlen gemütlich und die Jungs brauchen erstmal einen Mittags-/Verdauungsschlaf, bevor es am Nachmittag direkt mit dem nächsten Ausbildungsblock und Gipfel weitergeht. 

Gegen 14 Uhr brechen wir zum Delpsjoch (1945 m) auf. Diesmal steht unter anderem der richtige Einsatz der Wanderstöcke auf dem Programm. Wie hoch sollten die Stöcke beim Bergaufgehen eingestellt sein? Was verändert sich beim Abstieg? Und wie können wir die Stöcke sinnvoll einsetzen, um unsere Gelenke und Muskulatur zu entlasten? Nach dem Abstieg ging es direkt zur Hütte und bei Kaffee und Kuchen steht das nächste Ausbildungsthema am Plan: Erste Hilfe am Berg. Zunächst gehen wir theoretisch verschiedene Situationen am Berg durch und welche Schritte zu tun sind. Danach geht es wieder raus und wir üben in der Praxis. Was ist zu tun? Wie gehe ich strukturiert vor? Und welche Besonderheiten gibt es bei einem Notfall im alpinen Gelände?

Nach einem ereignisreichen Tag haben wir uns das Abendessen redlich verdient. Heute ist die Hütte deutlich voller als am Freitag und entsprechend lebhafter. Doch auch nach dem Essen ist der Tag noch nicht vorbei. Etwa eine Stunde lang dürfen wir noch Live-Blasmusik genießen. Eine ziemlich ungewöhnliche, aber durchaus unterhaltsame Kombination: bayerische Berge und rheinhessische Blasmusik. Ein langer, aber rundum gelungener Tag geht zu Ende.

30.08.2026 Nach dem Frühstück machen wir uns gegen 8:45 Uhr auf den Rückweg. Heute dürfen sich einige Teilnehmer selbst einmal als Wanderleiter ausprobieren und die Gruppe auf dem Weg ins Tal führen. Dabei können sie das während des Wochenendes Gelernte direkt anwenden und erste Erfahrungen in der Führung einer Gruppe sammeln.

Nach dem Erreichen des Kälberdreiecks legen wir noch einmal eine Pause in der Sonne ein, bevor es über den Reitsteig weiter bergab Richtung Vorderriss geht.

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr macht sich die Vorfreude auf eine Dusche und etwas zu essen bemerkbar. Kurz vor dem Parkplatz wartet allerdings noch eine letzte kleine Überraschung auf uns: eine Abkühlung im Flussbett. Danach ist es geschafft. Glücklich, müde und vor allem alle wohlauf erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Nach einer kurzen Stärkung in Fall machen wir uns schließlich gemeinsam auf den Rückweg nach Erding.

Damit geht ein abwechslungsreiches und lehrreiches Wochenende zu Ende. Neben den Gipfeltouren konnten wir viele wichtige Inhalte praktisch erleben und anwenden – von Kartenkunde und Orientierung über Trittsicherheit und Aufstiegstechnik bis hin zum richtigen Einsatz von Wanderstöcken und Erster Hilfe am Berg.

Vor allem aber waren es die gemeinsamen Erlebnisse, die dieses Wochenende besonders gemacht haben: wechselhaftes Bergwetter, Nebel, Sonnenschein, Pferde mit Glocken, tolle Gipfelaussichten, gute Gespräche und natürlich die etwas überraschende Blasmusik am Samstagabend.

Ein rundum gelungenes Wochenende im Vorkarwendel!

Mit dabei waren: Alex Forster, André Lipphardt, Anja Kuhr, Anton Klotz, Beate Engelhardt, Lukas Lieber

Wanderleitung: Irene Drexl

Bilder: von allen Teilnehmern

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