Salamanderwetter statt Wanderwetter oder Plan B wie Breitensteinfensterl
09.05.2026 Das Wetter steht immer im Fokus, wenn man in die Berge will. Diesmal haben drei renommierte Wetter-Apps noch am Morgen voll daneben gelegen. In Fischbachau sollte es sonnig werden und ab Mittag vielleicht etwas tröpfeln. Daher planten wir so, dass wir gegen Mittag schon auf dem Abstieg oder im Auto oder beim Kaffee & Kuchen sitzen. Denn auf das Türkenköpfle sollte man nur bei trockenem Wetter gehen. Aber als wir ins Leitzachtal fuhren, kamen schon die ersten Drama-Wolken auf uns zu. Am Parkplatz begann es leicht zu tröpfeln. Na gut … jetzt waren wir hier, also gaben uns dem Wetter-Schicksal hin und wanderten Richtung Geitau und dann links den Meditation Weg hoch los. Wird ja gleich aufhören!?


Gefroren haben wir nicht, danke dem steilen Anstieg. Als wir beim Einstieg in den Steig zum Türkenköpfle (nur aufmerksame Wanderer finden den Weg) waren, warf ich nochmal einen Blick in den Regenradar. Noch mind. 1 Stunde soll es regnen. Das bedeutet, dass wir nass auf dem nassen Gipfel ankommen. Das macht keinen Spaß. Für einige stand aber das Türkenköpfle schon lange auf der „Bucket-List“, daher versprach ich, dass wir die Tour auf jeden Fall nachholen und wenn ich mit jedem einzeln hochgehen werde. 🙂

Eher widerwillig beschlossen wir, die heutige Tour abzuändern und einen Regenspaziergang durchs Leitzachtal mit Ziel Schwaiger Alm zu machen.
Für was diese Leiter gut sein soll, fragen wir uns, sie führt in unwegsamen Wald. Wahrscheinlich nur, um „coole Bilder“ zu machen, wie mit einer Fotobox auf Partys.

Wir stiegen den Fahrweg Richtung Süden nach Geitau weiter ab. Wenn wir da schon gewusst hätten, dass wir einen ereignisreichen Tag erleben, den wir vorher so nicht hätten planen können. Mit Galgenhumor stapften wir durch den Regen nach unten und sehen: EINEN FEUERSALAMANDER über den Weg kriechen. Sofort werden Kameras gezückt, die bekommt man ja nicht so oft vor die Linse.


Weiter ging es den Berg hinter und schon wieder ein Feuersalamander. Kameras werden gezückt. Ein paar Meter weiter, der nächste Feuersalamander, Kameras raus….



Bei dem 44. Feuersalamander haben wir aufgehört zu zählen. Das Interesse der Kameraleute ließ langsam nach.

Die hätten wir nicht gesehen, wenn wir auf das Türkenköpfl hätten gehen können!
Als wir unten waren, ließ der Regen nach. Kaum zu glauben, aber die Sonne kam raus.


Zwischen den Bildern liegen ca. 60 Minuten!
Eine kleine Pause war angesagt – an einer Wiese voller Klappertöpfe (wieder was gelernt). Wenn die Früchte des Klappertopfs reif werden und austrocknen, klappern die Samen in der Kapsel, wenn der Wind weht.


Man will es nicht glauben, aber der Regen verzog sich komplett und es wurde ein wunderschön sonniger Mai-Tag. Was machen wir mit der angebrochenen Wanderung? Nur Leitzachtalrunde ist uns zu lasch, eigentlich sollten es ja 800 Hm werden.
Hermann hatte die glorreiche Idee zu schauen, ob das Breitensteinfensterl offen war. Das war eine sensationelle Alternative zum geplatzten Türkenköpfl-Traum! Also stiegen wir in die andere Richtung von Birkenstein Richtung Breitenstein auf, dank Hermann fanden wir den weglosen, aber nicht aussichtslosen Steig zum Breitensteinfensterl. Ganz schön steil und schmal ging es im Wald hoch, da war schon Trittsicherheit gefragt, die alle Teilnehmer ausnahmslos mitbrachten.


Nach den Feuersalamandern hatten wir das nächste Instagram-Foto-Motiv vor der Linse. Das Breitensteinfenster – und es war geöffnet!





Der Weg führte uns noch ein bisschen höher und wir konnten das Gipfelkreuz von oben sehen.

Langsam knurrte der Magen, aber da es nach wie vor gewittrig werden könnte, wollten wir erst mal aus dem unwegsamen Gelände raus und stiegen zu Erbacher Alm ab. Allerdings mussten wir noch einen Fotostopp machen. Die ganze Wiese war voller Enziane.


An der Erbacher Alm hatten wir den sonnigsten Brotzeitplatz. Die Regenkleidung durfte in der Sonne trocknen. Heute morgen hätte ich nicht gedacht, dass wir noch so einen schönen und erlebnisreichen Tag erleben werden.

Knapp ein Stündchen ging es zurück nach Birkenstein. 950 Höhenmeter und ca. 13 km habt ihr heute gemeistert! Kompliment an alle, die dabei waren!
Da haben wir uns aber Kaffee & Kuchen in der Krugalm verdient. In der Ferne hörten wir den Donner, aber wir konnten den Tag bei Sonnenschein ausklingen lassen.

Dabei waren: Hans Sterr, Antje Wenzel, Conny Neumeier-Prey, Gisela Zeis, Angelika Hofmann, Waltraud Paterman, Hermann Schießl, Uschi Schranz, Roswitha Wachinger
Tourenleitung und Tourenbericht: Veronika Pfeffer
Fotos: Hans Sterr, Antje Wenzel, Veronika Pfeffer, Conny Neumeier-Prey
