Eine Rundtour in den Stubaier Alpen
6. bis 11.08.2026
- Tag Anreise und Zustieg zur Gschnitzer Tribulaun-Hütte
Nachdem sich der Wetterbericht für den heutigen Tag im Laufe der Woche langsam gebessert hatte und nur noch für den späten Nachmittag starke Regenfälle angesagt waren beschlossen wir schon um 7.00 Uhr von zuhause los zu fahren.
Gegen kurz nach 10 Uhr trafen wir uns (Ute, Michael und Reiner) mit Beatrice und Martin am Parkplatz Feuerstein in Gschnitz. Nachdem wir den nervigen Parkautomaten mit 15€ in Münzen gefüttert hatten brachen wir über den Wanderweg zur Gschnitzer Tribulaun Hütte auf. Auf den Umweg über die Gagglerin hatten wir wegen dem angesagten Regen verzichtet. In schwüler Luft schwitzten wir den schönen Wanderweg hinauf.

Letztes Jahr ging hier eine gewaltige Mure ins Tal. Fels- und Holzreste auf der Brücke über den Wasserfall zeugen noch heute davon. Und auch so manches Bachbett das es zu queren gilt, ist tief ausgewaschen.

Obwohl der Habicht noch frei war setzte nach 1,5 Stunden ein leichter Regen ein, der sich unter dem Schirm gut aushalten ließ. In 2 ¼ Std. hatten wir die 750 Höhenmeter überwunden.

Nach einer kurzen Dusche ließen wir uns auf der Hütte verwöhnen. Das Wetter wechselte vom Schauer über Sonne zum Gewitter


- Tag – Auf dem Jubiläumssteig zur Bremer Hütte
Bereits um 6:15 Uhr starteten wir unsere Tour bei strahlendem Sonnenschein. Gleich zu Beginn stand uns die Querung eines Schotterfeldes bevor.


Auf diesem begegneten uns mehrere Alpensalamander, Gemsen und kurz vor der Scharte sogar 3 Steinböcke. Von der Scharte aus hatten wir einen tollen Ausblick zurück zur Tribulaunhütte sowie auf den weiteren Weg.



Dann ging es auf der anderen Seite über den landschaftlich eindrucksvollen Jubiläumssteig bergab weiter. An dessen Ende erwartetet uns grobes Blockgestein.



Gleich im Anschluss wurden wir dafür mit Heidelbeeren belohnt.

Nach dem Queren eines Baches ging es nun sehr anspruchsvoll, teilweise mit seilversicherten Stellen inkl. einer Klammleiter, weiter.

Inzwischen am tiefsten Punkt der Tour angekommen führt der Weg nun wieder bergauf. Im auf und ab an den Berghängen wanderten wir bis zur Bremer Hütte.



Diese erreichten wir noch vor dem ebenfalls vor heute Nachmittag angekündigten Gewitter.



Eine Besonderheit in der Bremer Hütte ist, dass es während dem Abendessen verboten ist das Handy auch nur zu berühren. Die „Strafe“ dafür ist eine Runde Schnaps für den ganzen Tisch. Und der Wirt versucht über „Tricks“ das Geschäft anzukurbeln (z.B. „Willst Du nicht das gute Essen fotografieren?“.
- Tag Bremer Hütte – Magdeburger Hütte
Der nächste Morgen auf der Bremer Hütte startet mit Sonnenschein und annähernd wolkenlosem blauem Himmel; obwohl einzelne am Vorabend die großzügigen Portionen nicht brav aufgegessen hatten!

Vom verheißungsvollen Kaffeeduft, welcher bis in unser Zimmer dringt, angezogen, freuen wir uns auf ein bäriges Frühstück. Frisch gestärkt sammeln wir uns sodann an der metallenen Skulptur der vier Bremer Stadtmusikanten an der Hüttenterrasse. Nach einem fröhlichen „BMW“ – sprich „back ma´s wieda“ – unseres Tourenleiters Michael machen wir uns auf den Weg.

Unsere heutige Etappe führt uns über einen der höchsten Übergänge in den Stubaier Alpen – die neue Bremer Scharte ca. 2.890 m – zur Magdeburger Hütte/Rifugio Cremona alla Stua auf 2.423 m ins Pflerschtal – in dem in Südtirol gelegenen Teil der Stubaier Alpen. Dieses Schutzhaus gehört zur Sektion Sterzing des Italienischen Alpenvereins CAI.

Unser Weg führt die ersten paar hundert Meter auf dem Stubaier Höhenweg, bevor wir von diesem nach links abbiegen und über Grasgelände – begleitet von Murmelpfiffen (feuern sie uns an oder begrüßen sie uns 😉) – in den Talboden „Am Hintersimming“ absteigen. Aus der Ferne betrachtet glänzen in der Morgensonne teilweise noch Felspartien aufgrund der gestrigen abendlichen Regenfälle, bei denen sich Wasserfälle wie aus dem Nichts bildeten.


Wir überqueren einen idyllischen Bach und folgen dem Bergweg in südöstlicher Richtung hinauf zu den Fernerschröfen, weiter über Gletscherschliffe, Blockwerk, felsiges Gelände – teilweise mit Drahtseilen und Holzstufen entschärft – und Geröll hinauf zu unserem heutigen höchsten Punkt der Tour mit dem großen Steinmann.






Dort genießen wir den Ausblick und gehen nach einer kurzen Pause hinunter zur Magdeburger Hütte. Dieser Weg wurde neu angelegt und führt uns zunächst durch felsiges Gelände und teilweise Geröllfelder, später über mit Felsen und Gras durchsetztes Gelände hinab zu einem kleinen Bach, welchen wir überqueren und nach kurzer Zeit unser heutiges Tagesziel erreichen.





Dort warten Relax-Loungesessel und Hängematten auf der Terrasse auf uns! Nur bei den Holzbalken der Dachschräge direkt überm oberen Stockbett ist Vorsicht geboten – den Helm haben wir ja bisher nicht gebraucht 😊!

Nachmittagsausflug zur Schneespitze
Nachdem wir die Magdeburger Hütte erreicht hatten erleichterten Reiner und Michael ihre Rucksäcke und stiegen nach einer kurzen Rast zur Schneespitze auf. Der Rest der Truppe zog es vor die Hängematte bzw. Lounge-Möbel zu testen.

Der Steig zog sich langsam ansteigend über einen Rücken zum Hinteren Stubensee, Und dann entlang einer Moräne zu einer steilen brüchigen Rinne.


Der obere Teil wurde mit Hilfe eines Stahlseils im Felsen überwunden. Der Weg wand sich wie durch ein Labyrinth durch steiles Blockwerk hinauf zum Grat, der mit einigen Klammern und einem Stahlseil versichert war.



Der letzte Aufschwung zur 3174m hohen Schneespitze ist wenig markiert und eher weglos. Aber für einen Kranzler nicht wirklich ein Problem.

Abstieg wie Aufstieg. Nach 4 Std. waren wir gegen 17 Uhr zurück auf der Hütte
- Von der Magedburger Hütte über Weißwandspitze und Hoher Zahn zur Pflerscher Tribulaunhütte
Zunächst wurde nach dem Aufstehen der fleißige Waldarbeiter der letzten beiden Nächte gelobt, dass er diesmal die getunte Stihl-Timbersports-Kettensäge oder gar den Harvester nicht zum Einsatz brachte, sondern lediglich zeitweise mit der kleinen Akku-Säge leichte Baumpflege betrieb.
Nach dem Frühstück (mit dem zweiten Kaffee lediglich in der „Bodenseh“-Ausführung) machten wir uns auf den Pflerscher Höhenweg zur Weißwandspitze (3 018 m). Der Weg führt zum großen Teil mühsam in Serpentinen über Schotter und Blöcke steil bergauf. Da uns die Schönwetter-Wolken begleiteten, hatten wir keine Angst, dass unsere Regenkleidung zum Einsatz kommen muss.




Der Abzweig und die letzten rund 150 Höhenmeter zum Gipfel waren zwar nicht markiert, aber Michael hatte keine Orientierungsprobleme und führte uns sicher in leichter Kraxelei zum Gipfel. Für diesen Gipfelanstieg auf der Südseite der Weißwand setzten wir unseren Helm auf, da doch alles sehr bröselig war und man ja nie weiß, was von oben kommt. In diesem Falle entgegen dem alten Sprichwort mit Sicherheit nichts Gutes.



Leider war der Gipfel zunächst in Wolken gehüllt. Da nach Meinung eines einzelnen eine Besserung nicht garantiert war, kam der Vorschlag, auf das Gipfelfoto zu verzichten und gleich wieder abzusteigen. Der Vorschlag wurde aber mehrheitlich abgelehnt und es wurde beschlossen zumindest kurz Pause zu machen und auf ein Gipfelfoto taugliches Wolkenloch zu warten. Und siehe da, das Warten wurde bereits nach ein paar Minuten belohnt. Ein Fotograf aus den Reihen der anderen Gipfelbesteiger war schnell gefunden.


Wir konnten trotz oder gerade wegen der immer wieder vorbeiziehenden Wolken die Aussicht genießen. Ein Eintrag im Gipfelbuch war auch noch schnell geschrieben.

Während des Aufstiegs zur Weißwandspitze stellte sich die Frage woher der Name „Weißwand“ kommt. Von der Südseite betrachtet wäre wohl der Name „weißer Steinhaufen“ treffender gewesen. Nach dem Abstieg und Weiterweg Richtung Hoher Zahn (2 924 m) bestätigte der Blick zurück auf die Nordseite des Gipfels zurecht den Namen „Weißwand“.

Laut einer etwa 50 Jahre alten Tourenbeschreibung sollte das schmale ausgesetzte Schotterband „Schrecken“ verbreiten. Ganz so „schrecklich“ empfanden wir es nicht. Aber konzentriertes Gehen war auf alle Fälle angesagt, denn ein Fehltritt hätte tatsächlich fatale Folgen gehabt.




Nachdem wir den Gipfel des Hohen Zahn erreichten, war dann auf alle Fälle die satzungsgemäße und verdiente Gipfelbrotzeit angesagt.

Auf dem Weiterweg zur Pflerscher Tribulaunhütte waren die Treppenbauer wieder sehr fleißig. Unglaublich wie sich die Wegebauer hier wieder schinden wollten und in dieser Höhe die „Nockerl“ in die richtige Position wuchteten um fasst DIN-genormte Treppen herzustellen.


Auf der Pflerscher Tribulaunhütte kurz nach Mittag angekommen, wurde uns in Anbetracht der voll besetzten Terrasse bewusst, dass Sonntag ist. Wir konnten jedoch einen gerade frei gewordenen Tisch direkt neben der Eingangstüre in der Sonne ergattern und löschten zunächst unseren Durst mit Blick auf die senkrechten Wände des Pflerscher Tribulaun.

Nachdem auf den letzten beiden Hütten u. a. wegen Wassermangel keine Dusche möglich war, wollten trotz des direkt neben der Hütte gelegenen Badesees (Sandessee) sich alle Alpenkranzler eine Dusche gönnen. Eine Duschmarke für 4,– € sollte für 5 Minuten warmes Wasser spenden. So entstand der Plan, dass sich 2 x 2 „Paare“ je eine Duschmarke teilen. Beim ersten „Paar“ funktionierte der Wechsel wohl nicht reibungslos, sodass auch noch die Duschmarke des zweiten „Paares“ benötigt wurde. Dieses schaffte es dann – dank ausgefeilter „fliegender-Wechsel-Technik“ – problemlos sich mit einer Duschmarke frisch zu machen.

Anschließend wurde in der Sonne wieder das Kartenspiel „Schandri“ gespielt, bei dem es paradoxerweise in den verschiedenen Runden darum geht, möglichst wenig zu stechen.

Nach dem sehr leckeren Abendessen (mehrheitlich Schlutzkrapfen) ließen wir den Abend mit einem Glaserl Rotwein beim nochmaligen Zocken ausklingen.
Die Pflerscher Tribulaunhütte kann uneingeschränkt empfohlen werden: Eine sehr schöne Hütte eingerahmt von den senkrechten Wänden des Pflerscher Tribulauns am Sandessee mit sehr leckerem Essen, freundlichen Personal und aufgrund Massivbauweise auch die Nachtruhe garantiert.
- Über die Schneetalscharte und den Gschnitzer Triblaun zurück nach Österreich zur (öster.) Tribulaunhütte

Heute ist der Plan das eigentliche Tribulaunmassiv zu umrunden. Dazu geht es morgen zuerst Richtung Pflerscher Tal los. Nach ca. 20 Minuten aber nehmen wir die Abzweigung auf einen Höhenweg, der uns in den nächsten 1,5 Stunden immer unter den südlichen Wänden des Pflerscher Tribulaun leitet.


Der Weg ist schmal. An einigen Stellen gibt es sogar ein Stahlseil. DA heißt es konzentriert gehen und sich auch von den vielen Edelweis nicht zu sehr ablenken zu lassen




Schon ein gutes Stück im Osten nehmen wir dann den Abzweig hoch zu Schneetalscharte. Während die bisherigen Stahlseile sehr vertrauenerweckend waren lässt dieser Abschnitt ein wenig zu wünschen übrig. Aber am Ende zeigt es sich doch, dass es nur ein Steig und kein Klettersteig ist, der dann doch ganz einfach zu bewältigen ist. Auch bei der Wegmarkierung und Findung gibt es so das eine oder andere Fragezeichen. Hier hat wohl das eine oder andere Unwetter auch dafür gesorgt, dass ich die Routen etwas verschoben haben. Aber wie heißt es so schön. Ein Kranzler geht nie falsch sondern maximal anders.



Die letzten 200 Höhenmeter zu Schneeltalscharte haben es dann nochmals an Steilheit und Brüchigkeit in sich. Und wir sind froh, an der Schneetalscharte angekommen zu sein. Von hier geht der direkte Weg wieder 600 Hm in einem Geröllfeld zur Tribulaunhütte nach unten.

Wir aber wollen zuerst auf den Gschnitzer Tribulaun, der eigentlich ganz leicht auf einem Steig zu erreichen sein soll. Der folgende Abschnitt ist aber eher ein Klettersteig Kat B mit kurzen plattigen Abschnitten.

Das haben alle noch sehr gut gemeistert. Auch die folgende rieslige Querung war trotz dem Ausbruch von 3 Stahlstiften und sehr losem Stahlseil noch gut machbar. Da aber dann der übernächste Stahlstift zwar noch im Felsblock steckte, dieser aber sich über einem Meter aus dem Felsen selbst herausgelöst hatte und nur noch auf einer abschüssigen glatten Felsplatte stand war der Zeitpunkt sich die Frage zu stellen, ob dies das Risiko wert ist. Die Entscheidung fiel auf „nein“, wir drehen (leider) um. So standen wir ca. 15 Minuten später wieder auf der Schneetalscharte und starteten den Hüttenabstieg.


Im oberen Bereich ist auch hier das Gelände eher unangenehm zu gehen. Einfach ein riesiger felsdurchsetzter Schutthaufen. Erst weiter unten dann kann man im Schutt einigermaßen gut sogar abfahren. Kurz überlegen wir noch, ob wir den Direktaufstieg von hier zum Schnitzer Triblaun nochmals angehen sollten. Es wären nochmals gut 150 Hm bis zur Scharte und dann weitere 250 Hm bis zum Gipfel gewesen. Da aber zwei heute noch heimfahren werden und nachmittags evtl. auch wieder Regen kommt lassen wir es gut sein. Ich denke, wir kommen hierher einfach zu einem anderen Zeitpunkt nochmals zurück.


Also weiter zur Hütte mehr oder weniger teilweise Direttissima im Schuttfeld. Auf der Hütte gibt es dann den verdienten Cafe und Kuchen. Dann verabschieden sich Beatrice und Martin von uns und steigen noch ins Tal ab. Wir restlichen Drei haben morgen noch was Besonderes vor.


Um 13 Uhr haben wir dann einen Treffpunkt am Infozentrum zum Brenner Basistunnel (BBT) in Steinach. Das Infozentrum hat Michael und Reiner schon einmal vor vielen Jahren als Schlechtwetterprogramm im Rahmen einer DAV-Skitour noch vor Corona besucht. Und schon damals ist die Idee entstanden, auch die besondere Tour in den Brenner-Basistunnel mal durchzuführen. Dazu muss man sich frühzeitig über eine Internetseite anmelden.
- Tag – Abstieg über die Gargglerin und Besichtigung des BBT
Es erwartet uns wieder ein sonniger Tag und so können wir heute noch die uns am Zustiegstag nicht vergönnte Gargglerin besuchen.





Von der einen Seite abweisend ist sie von der Westseite her gut zu besteigen. Dazu geht man den gesamten Talkessel unter der Hütte aus um dann auf einen Sattel zu gelangen. Von hier geht es in 30 Minuten zum Gipfel. Von diesem hat man nochmals einen sehr schönen Blick auf die Etappen des ersten und zweiten Tages sowie überhaupt auf die Stubaier Alpen.


Ab hier geht es dann zurück ins Tal. Während der Weg oben ein guter Wanderweg ist wird er einige hundert Höhenmeter vor dem Talboden nochmals spannend. Er führt durch ein sicherlich schon sehr altes Blockgelände, dass auch gut zugewachsen scheint. Allerdings gibt es dann doch überall kleine Klüfte und Spalten. So muss man höllisch aufpassen nicht abzurutschen oder einen falschen Schritt zu machen und sich das Bein noch aufzuschrammen. Aber es zeigt sich, dass alle gut drauf und trittsicher sind.

Im Tal angekommen ziehen wir uns um und besorgen uns noch eine Brotzeit.
Um 13 Uhr haben wir dann einen Treffpunkt am Infozentrum zum Brenner Basistunnel (BBT) in Steinach. Das Infozentrum hat Michael und Reiner schon einmal vor vielen Jahren als Schlechtwetterprogramm im Rahmen einer DAV-Skitour noch vor Corona besucht. Und schon damals ist die Idee entstanden, auch die besondere Tour in den Brenner-Basistunnel mal durchzuführen. Dazu muss man sich frühzeitig über eine Internetseite anmelden.

In den folgenden 60 Minten erklärt uns ein Geologe die Baugeschichte, die Geografie und Geologie des Tunnels sowie gibt interessant Infos zur Bautechnik (z.B. wann wird gebohrt, wann gesprengt).

Dann bekommen wir Helm, Gummistiefel, eine Warnweste und fahren mit zwei Kleinbusse zum Servicestollen in Steinach am Brenner.

Dort geht es auf 4 km und über 400 Hm nach unten direkt zu den beiden Tunnelröhren (hier auf ca. 700 m ü.NN und damit knapp 200 Hm über Innsbruck). Die Dimensionen sind schon gewaltig. Erstaunlich ist auch der viele LkW-Verkehr (u.a. Schwerlast-Transport mit Fertigbauteile für den Tunnel mit insgesamt 70 Tonnen sowie der gesamte verbaute Beton). So gab es bisher zwar keine schweren Unfälle beim Tunnelvortrieb aber einige tödliche Verkehrsunfälle. Das Abraummaterial wird dagegen komplett auf Förderbänder aus dem Tunnel transportiert (kann je nach Ausbruchort bis zu 32 km unterwegs sein bis zur Deponie).
Wir fahren also direkt in eine der beiden Tunnelröhren, die im Betonbau schon ziemlich fertig aussieht. Sie hat über 8 m im Durchmesser.



Von dort gehen wir zu Fuß durch eine Querverbindung in die andere, zweite Tunnelröhre. Beide liegen 70m auseinander. An dieser Stelle sieht es dann eher noch wie im Rohbau aus.


Was wir hier besuchen ist die Überleitungshalle in ungefähr der Mitte zwischen Innsbruck und Franzensfeste, in der die Züge später einmal in Notfällen von der einen Tunnelröhre/Gleis in die andere umgeleitet werden könnten. Dies ist einfacher als die bis zu 30 km aus dem Tunnel zurück fahren zu müssen.

Als nächste Station geht es dann in den 12 Meter tiefer liegenden Erkundungsstollen, der später für Wartungsarbeiten genutzt werden wird.
Während die beiden Tunnelröhren oben noch einige Kilometer Durchbruch benötigen (Stand August 2026, soll bis Ende 2026 komplett durchbrochen sein) führt dieser schon komplett durch den Berg (wäre ein ideale Stauumfahrung ;-). Unser Führer meinte „Der hier ist schon fast vergessen. Den müssen wir irgendwann am Ende dann auch noch mit Beton verkleiden.“ Hier sehen wir eine Rettungscontainer der 24 Personen ermöglichen würde, 24 Stunden hier unbeschadet zu überleben.

Am Ende dann fahren wir noch auf die große Abraumhalde im Padastertal. Wohin mit 21 Mio Kubikmeter Stein, das aus den beiden 55 km Tunnelröhren sowie ebenso langen Erkundungsstollen ausgebrochen wurde? Auf Italienischer Seite konnte man daraus teilweise wieder Beton erzeugen. In Österreich war die Qualität des Gesteins dafür nicht geeignet und so schüttetet man mit ca. 8 Mio. cbm das Padastertal bis zu 80 m auf. Aktuell och kein schöner Anblick. Aber wenn man der BBT glauben darf, dann wird am Ende alles begrünt sein. Das sind dann leider die notwendigen Übel bei einem ansonsten sicherlich auch aus verkehrstechnischer Sicht großartigen Mammutprojekt.

Zum Abschluss noch eine Zahl die mich schon fasziniert: Ein 740 Meter langer Güterzug mit 2000 Tonnen Fracht wird mit 160 km/h für die Strecke München – Verona 2,5 Stunden benötigen; die Personenzüge (ca. 30% der Bahnkapazität dafür geplant) werden sogar mit 250 km/h den Tunnel durchfahren und dafür ca. 12-15 Minuten benötigen.
So gingen nun 6 interessante und spannende Tage zu Ende. Ein großes Lob noch an alle Teilnehmenden für ihr große Disziplin, ihre Zuverlässigkeit und nicht zuletzt an alle für die immerwährende gute Stimmung. Berg Heil (und Glückauf an die BBT-Mannschaft).
Mit auf Tour: Ute, Reiner, Beatrice und Martin,
Tourenführer: Michael Kreuz
Berichte: alle Teilnehmenden
Bilder: alle Teilnehmenden
