Zwei Gruppen waren in den Dolomiten unterwegs
13.-19.09.26, mit Hans Sterr – Wenn’s schön ist, kann man alles ja zweimal machen. Denn der Andrang auf die Klettersteigtouren in den Dolomiten rund um den Passo Falzarego war so groß, dass der Tourenleiter das Ganze zweimal anbot und so 15 Teilnehmer*innen mitnehmen konnte.
Für beide Gruppen ist das Programm das gleiche, nur in umgekehrter Reihenfolge und manchmal wetterbedingt mit kleinen Änderungen. Damit ich den Bericht aber nicht zweimal schreiben muss, fasse ich beide Gruppen je Tour zusammen.

Den Anfang (oder das Ende) bildet unabhängig vom Wetter die feuchteste Tour, denn unser Weg führt uns von nahe Cortina in die Fanes-Gruppe und ganz nahe und unter (!) die beiden Wasserfälle heran. Da vergisst man schnell den zunächst etwas langen Zustieg durch den Wald.

Nachdem wir den ersten Wasserfall unterschritten und danach den leichten Klettersteig bewältigt haben, folgen wir dem Travenanzes-Bach durch die Schlucht.

Nicht umsonst heißt dieser Weg (erst seit 2026 wurden die Wegstücke so zusammengefasst) als „Sentiero dei Canyons e delle Cascate“, also als Weg durch Schluchten und Wasserfälle. Und mit beidem geizt der Weg keinesfalls, sondern ist spektakulär!










Nach dieser Tour geht’s zurück zum Rifugio Dibona, wo wir unsere Unterkunft gefunden haben. Eine feine Hütte, wo wir uns wohlfühlen. Kleine vorhandene Mängel werden durch die Freundlichkeit und guten Service des Personals mehr als ausgeglichen.

Die nächste Tour führt uns vom Passo Falzarego auf den Piccolo Lagazuoi. Der Kaiserjägersteig führt uns zunächst über einen steileren Anstieg hinauf.

Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg begleiten uns dabei ständig und erinnern uns an die leidvollen Geschichten der Soldaten, die hier für meist nichts und wieder nichts starben und geopfert wurden.

Die beiden Gruppen haben hier sehr unterschiedliches Wetter. Während die einen sich über Sonnenschein freuen können, haben sich andere mit viel Nebel und wenig Sicht abzufinden.





So aber entsteht als Ausgleich eine geradezu mystische Stimmung, die mit schweigendem Aufstieg begleitet wird. Stille ist heutzutage ja ein selten zu findendes Privileg, das eine Gruppe öfter gerne in Anspruch nahm.
Im nächsten Stück erleben wir den einfachen und kurzen Klettersteig, der uns dann zum Gipfel des Kleinen Lagazuoi hinaufführt.


Der Gipfel ist recht belebt, weil viele Besucher die Seilbahn als Aufstiegshilfe nutzen und so den höchsten Punkt leicht erreichen können.


Wir kehren dann im Rifugio Lagazuoi ein, das für beide Gruppen unterschiedliche, ungewohnte Service-Varianten offeriert. Anscheinend ist an anderen Tagen anderes Personal zuständig und sich neu erfindet.

Danach geht’s für uns kurz hinunter über einen Grat (der früher ebenfalls schrecklich umkämpft war), bis wir den Einstieg zum berühmten Felstunnel erreichen.

Der führt über 300 Höhenmeter und über einen Kilometer Streckenlänge durch die steile Südwand. Und Stirnlampe kann jeder – wir nutzen die vom Tourenleiter mitgebrachten Fackeln als Lichtquelle. Wir freuen uns, wie schön das Licht sich an den Tunnelwänden bricht.




Wir erreichen den Ausstieg und können nach einer kurzen, mit Drahsteilen gesichert Passage den leichten Rückweg zum Falzarego antreten.

Der schwierigste Klettersteig mit Schwierigkeitsgrad C ist für diese Touren die „Ferrata Sottotenente Mario Fusetti“, einem Soldaten des Ersten Weltkriegs. Der Steig führt uns hinauf auf der Westseite des „Sasso di Stria“, den Hexenstein.

Alle von uns meistern mit vielleicht höchstens kleinen Hängern den Steig ohne Problemen.


Dann steigen wir über die Schützengräben und Stellungen hinauf zum Gipfel. Wer den Berg hatte, konnte so den Übergang über den Pass und damit die Nachschubwege kontrollieren. Entsprechend stark war der Berg umkämpft – nicht die Hexen, sondern der Mensch beging Unrecht.















Und die letzte Tour führte uns über den Passo Giau auf unseren Berge.

Wieder musste wegen des Wetters für die zweite Gruppe eine Variante gefunden werden (das Wetter war letzten Endes aber insgesamt besser, als noch Tage zuvor der Wetterbericht angedroht hatte). Für beide Gruppen starteten wir mit dem Klettersteig zur Ra Gusela. Dort trennten sich aber die Wege.

Die erste Gruppe konnte bei bestem Wetter nach dem Klettersteig auf dem Rifugio Nuvolau einkehren, einer Hütte, die auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges liegt.


Dann geht es auf dem Normalweg hinunter zum Rifugio Averau, von wo aus wir gleich den Aufstieg zum Averau angehen. An diesem Berg geben zwei Klettersteige den Weg frei: Über den linken, etwas schwierigeren Steig geht es hinauf, von wo aus für dann mit Trittscherheit den schönen Gipfel mit bester Aussicht erreichen.


Der zweite Klettersteig, der nördlich des Aufstiegs liegt, führt uns leichter an die Bergschulter zurück. Zurück am Rifugio Aerau beschließen wir, auch noch zu den Cinque Torri abzusteigen.



Für das Freilicht-Kriegsmuseum bleibt zwar keine Zeit mehr, aber eine kurze Einkehr am Rifugio Cinque Torri geht sich schon noch aus.


Dann nehmen wir den abwechslungsreichen Weg, der uns in einigem Auf und Ab zurück zum Passo Giau zurückführt.
Die zweite Gruppe muss wegen des Wetterberichts eine andere Variante wählen: Nach dem Klettersteig nehmen wir, statt wie die erste Gruppe an ihm vorbei, den Anstieg zum Gipfel der Ra Gusela, den wir mit kleinen Wegfindungsproblemen (wie immer gelöst) erreichen.



Dann führt auch uns der Weg weiter zum Rifugio Nuvolau, wo aber die Sonne uns nicht so verwöhnt. Wir steigen weiter ab zum Rifugio Averau.

Weil nun die Regenwahrscheinlichkeit stark ansteigt, wählt der Tourenleiter den direkten Abstieg Richtung Passo Giau. Die Entscheidung erweist sich als richtig, nur die letzten Minuten vor den Autos treffen uns leichte Nieselschauer.
Die Klettersteigtage gehen so mit guten Erinnerungen zu Ende. Der Tourenleiter plant allerdings nicht noch einmal, solche Touren zweimal hintereinander durchzuführen – das eigene Zahnfleich muss man ja auch mal schonen.
Ich danke allen Fahrer*innen, die sich den Gruppen zur Verfügung gestellt haben!

Teilnehmer*innen:
Anja Eiblmaier, Angelika Hofmann, Sabine Hofmann, Reiner Kaifel, Werner Rypalla, Sonja Schupsky, Antje Wenzel
Walter Daimer, Irene Drexl, Alex Linke, Petra Linke, Birgit Mau, Hans Mau, Bärbel Zeitler, Reinhold Zeitler
Tourenleitung, Fotos, Bericht: Hans Sterr
Impressionen




















































































