Alpenkranzler auf DEM Gipfel!
24.-26.07.2026
Am Freitag, den 24. Juli, machte sich eine Gruppe des Alpenkranzl Erding auf den Weg zur Zugspitze. Eine Fahrgemeinschaft startete in Taufkirchen/Vils, eine weitere in Erding. Treffpunkt war die Talstation der Zugspitzbahn in Ehrwald. Dort stieß Ronny aus Miesbach zur Gruppe, der die Anreise alleine auf sich genommen hatte. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen von knapp 30 Grad erwartete die Bergsteiger ein heißer und abwechslungsreicher Aufstieg.

Zu Beginn führte der Weg über eine steile Wiesenflanke, bevor es weiter durch ein Schotterkar ging. Das beeindruckende Zugspitzmassiv immer vor Augen. Die hochsommerlichen Temperaturen machten sich dabei deutlich bemerkbar. Durch die von Latschenkiefern gesäumten, teilweise sehr heißen Schneisen arbeitete sich die Gruppe stetig bergauf.

Oberhalb des Kars endete schließlich die Baumgrenze und die Landschaft wurde zunehmend felsiger. Vorbei an der Mittelstation der alten Zugspitzbahn…

und dem Zwischenpfeiler der heutigen Bahn…

ging es weiter nach oben. Immer wieder boten sich schöne und luftige Wegpassagen mit beeindruckenden Ausblicken. Besonders der Blick hinunter zum Eibsee mit seinem tiefblauen Wasser war ein echter Höhepunkt des Aufstiegs.

Bei hervorragender Fernsicht erreichte die Gruppe nach rund 1.000 Höhenmetern die Wiener-Neustädter-Hütte. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg wurden zunächst die wohlverdienten Kaltgetränke genossen.

Bei herrlicher Aussicht und einer stimmungsvollen Abendsonne ließ die Gruppe den Tag gemütlich ausklingen, bevor die Mehrbettzimmer bezogen wurden. Die urige Hütte fügt sich wunderbar in die alpine Umgebung ein und vermittelt echtes Hüttenfeeling. Bei rund 60 Schlafplätzen und zahlreichen weiteren vorbeiziehenden Bergsteigern stößt die Infrastruktur allerdings auch an ihre Grenzen – insbesondere die einzige Toilette je Männlein und Weiblein.
Auch kulinarisch blieb der Hüttenabend in Erinnerung: Das Abendessen war ausgesprochen kräftig gewürzt und ließ die Vermutung aufkommen, dass der Koch wohl verliebt gewesen sein musste. Während im Männerzimmer bei geöffnetem Fenster eine angenehme Nachtruhe möglich war, schienen es die Damen bei geschlossenem Fenster offenbar deutlich kälter zu haben. Wie´s des gibt!?
Der Samstag begann mit einem guten Frühstück und einem durchaus außergewöhnlichen Erlebnis. Auf dem Weg zur Morgentoilette konnte die Gruppe eine besondere Form der Hüttenversorgung beobachten. Diese erfolgte nämlich nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, per Hubschrauber, sondern über die Zugspitzbahn. Noch vor Beginn der Personenbeförderung hielt die Gondel direkt oberhalb der Hütte. Mit einer Seilwinde wurde ein Pkw-Anhänger von der Bahn abgeseilt. Ein solches Verfahren hatte bislang noch keiner der Teilnehmer erlebt.

Mit den zahlreichen Übernachtungsgästen machten sich am Morgen auch viele weitere Bergsteiger aus dem Tal auf den Weg Richtung Zugspitze. Dadurch waren Zustieg und Stopselzieher-Klettersteig bereits früh sehr belebt. Die große Zahl an Bergsteigern tat der Freude am felsigen Aufstieg jedoch keinen Abbruch.

Bei strahlend blauem Himmel und immer wieder beeindruckenden Ausblicken auf die umliegende Bergwelt kletterte sich die Gruppe Schritt für Schritt nach oben.

Die meisten Wegbegleiter verhielten sich am Klettersteig vorbildlich und rücksichtsvoll. Einige schnellere Kletterer überholten die Gruppen allerdings ungesichert und seitlich am Fels. Ihre Trittsicherheit war oft beeindruckend. allerdings gab es auch die weniger Talentierten, die meinten, dass sie es könnten….sie traten dabei teilweise Steine los, ohne sich anschließend umzudrehen oder die nachfolgenden Bergsteiger zu warnen. Gerade am Klettersteig zeigt sich, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit für die Sicherheit aller Beteiligten sind.

Über die alte Gipfelstation erreichte die Gruppe schließlich das Zugspitzplatau und machte sich auf den letzten Abschnitt zum Gipfelkreuz. Dort wartete allerdings noch eine ganz andere Herausforderung: die Schlange vor dem Gipfelkreuz. Rund 30 Minuten reihte sich die Gruppe in die Schlange der Gipfelbegeisterten ein. Wäre die Zugspitze nicht Deutschlands höchster Berg, hätte sich vermutlich der eine oder andere gefragt, ob sich diese Wartezeit für ein Gipfelfoto wirklich lohnt. Am Ende waren sich jedoch alle einig: Es hat sich gelohnt!
Vor allem weil gleich mehrere Teilnehmer zum allersten Mal oder auch zum ersten Mal zu Fuß auf dem Gipfel der Zugspitze standen. Herzlichen Glückwunsch!

Oben angekommen, wurde der Gipfelerfolg gebührend genossen. Nach dem Mittagessen blieb noch ausreichend Zeit, den grandiosen Rundumblick auf die umliegenden Gipfel zu genießen. Auch der Eibsee präsentierte sich von oben wieder als malerischer Blickfang.

Anschließend ging es mit der Zugspitzbahn zurück zur Talstation nach Ehrwald.
Gegen 15 Uhr traten die Fahrgemeinschaften schließlich die Heimreise an. Hinter der Gruppe lagen zwei abwechslungsreiche Bergtage mit rund 1.800 Höhenmetern Aufstieg, einer urigen Hüttenübernachtung, einem spannenden Klettersteig und dem erfolgreichen Gipfelerlebnis auf Deutschlands höchstem Berg.
Besonders erfreulich war das gute Miteinander innerhalb der Gruppe. Es wurde viel erzählt, gelacht und gemeinsam erlebt. So blieb neben den beeindruckenden Bergbildern vor allem die Erkenntnis, dass eine gelungene Bergtour nicht nur vom Gipfelziel lebt, sondern ebenso von der Gemeinschaft, den gemeinsamen Erlebnissen und den vielen kleinen Geschichten am Wegesrand.
Gruppenleitung: Karola Rübensaal
Bericht: Matthias Adelsberger (Foto: Eigene und von Teilnehmer)
Teilnehmer: Matthias Adelsberger, Martina Braun, Thomas Dunkel, Katharina Kärtner, Antje Wenzel, Ronny Witt
