Kühl bleiben hoch über Innsbruck

Zweitägige Alpenrosenwanderung und die Flucht vor der Hitze

23.-24.06.26, mit Sonja Schupsky – Unsere Tourenleiterin Sonja hat uns nicht zuviel versprochen: wie in der Ausschreibung angekündigt, sind die Berghänge übersät mit blühenden Alpenrosen. Dass wir dabei auch der brütenden Hitze im Tal entkommen können, ist für unsere kleine Gruppe (nur 4 Teilnehmer*innen hatten sich angemeldet) ein weiteres Zuckerl auf dieser Tour. 

Hoch über Innsbruck begleitet uns ein Alpenrosen-Meer

An der Bergstation der Patscherkofelbahn auf knapp 2.000m beginnt nämlich der „Zirbenweg“ durch Tirols größten Zirbenwald. Hier starten wir gegen 10 Uhr unsere Wanderung.

Start zum Zirbenweg

In angenehm frischer Luft marschieren wir in toller Balkonlage dahin: unter uns liegt Innsbruck ausgebreitet, gegenüber das Karwendelgebirge, wir sehen bis hinüber zum Zugspitzgletscher und gleichzeitig können wir uns nicht sattsehen an all den Blumen und prächtigen Zirben (die älteste soll 750 Jahre alt sein).

Runde Sache, diese Wanderung

Wir lassen uns viel Zeit und kommen nach sieben Kilometern erst gegen 13.30 Uhr an der Tulfeinalm (2.035m) an. Sie punktet bei einigen Teilnehmerinnen vor allem mit dem hervorragenden Kaspressknödel.

Bei diesen Temperaturen bitte kuhl bleiben

Über dem Karwendel im Westen ziehen dichte Wolken heran, so dass es höchste Zeit wird weiterzugehen. denn jetzt erst steht uns der eigentliche Anstieg von 570 hm auf die Glungezer Hütte bevor.

Mit vollem Bauch entpuppt sich der Weg als recht mühsam, zumal wir zunächst knapp zwei Kilometer zwar mit schöner Aussicht, aber auf einer eintönigen Forststrasse durch das Skigebiet entlanggehen müssen, ehe der schöne blockige Steig beginnt. Wohl derjenigen, die nur eine Erdbeerschnitte im Bauch hat!

Wir kommen nur sehr langsam voran, bis uns ein Donnerschlag aufschreckt und uns Beine macht. Sonja und Hans (der einzige Mann in der Runde) übernehmen Sherpa-Dienste und tragen neben ihrem noch einen weiteren Rucksack.

Frau Sherpa

Zum Glück bleibt es dann bei dem einen Donnerschlag und mit vereinten Kräften erreichen wir alle wohlbehalten, erleichtert und trocken die Hütte auf 2.600m.

Glungezer Hütte
Zum Gipfel segeln wäre einfacher gewesen

Hier trifft Sonja dann tatsächlich Erdinger Bekannte vom DAV Erding, die den Hüttenwirt, ihren ehemaligen Bergführer in Nepal, Tshering, besuchten. Das gibt erst einmal ein großes Hallo!

Wir stellen fest, dass sich die Hütte fest in nepalesischer Hand befindet, denn Hüttenwirt Tshering wird von seiner Schwester Ongmu, dem Koch Tulsi und den beiden Helfern Phutashi und Sushil unterstützt. Sie zauberen dann auch in den Tiroler Bergen ein sehr köstliches Menü mit asiatischem Touch auf den Tisch.

Sonnenuntergang über dem Karwendel

Zu begrüßen ist allerdings, dass das sehr bescheidene Matratzenlager und der kleine Waschraum im nächsten Jahr renoviert werden sollen. Wir fühlen uns dennoch sehr wohl auf dieser Hütte, zumal nur wenig Gäste in dieser Nacht gekommen sind (ein vorbeiführender Weitwanderweg ist gerade wegen einer militärischen Übung gesperrt).

Sonnenaufgang an der Sonnenspitze mit dem Olperer im Hintergrund

Am nächsten Morgen bieten sich rund um die Hütte gleich zwei Gipfel zum Abstauben an: die Glungezer Spitze (2.677m) und die Sonnenspitze (2.639m). Auf beiden stauben wir mit.

Morgengruß am Glungezer
Willkommene Abkühlung
Auf der Sonnenspitze

Und dann machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein und angenehm frischem Wind auf den Abstieg, bei dem wir auch Murmeltiere überraschen.

Dabei liegt allerdings noch ein herausforderndes Highlight vor uns: die Überschreitung der Viggarspitze (2.246m), eine eindrucksvolle Pyramide, die uns da im Weg steht. Auch diesen Gipfel über wegloses Blockgelände bewältigen wir dank bergerfahrener Führung mit Ermutigungsqualitäten.

Die steile Viggarspitze erwartet uns …
… mit einem herausfordernden Weg

Nun geht es wieder entspannter weiter durch das eindrucksvolle Kalkschiefergelände.

Dann erreichen wir wieder den bekannten Zirbenweg und legen auf der Boscheben-Hütte (2.030m) eine wohlverdiente Mittagspause ein. Die Kaspressknödel sind gut, kommen allerdings nicht an die vom Vortag heran!

Boscheben

Nun wählen zwei Teilnehmerinnen den bereits bekannten Rückweg. Ihr Adrenalinspiegel ist für den heutigen Tag genug gestiegen. Die anderen drei, sei es, weil man noch etwas für die Fitness tun will, oder in der Hoffnung auf weitere tolle Fernblicke, wählen den Weg über den Gipfel des Patscherkofel (2.246m) zur Bergstation, wo wir uns dann wenig später wieder treffen.

Fazit: Eine gelungene, wunderschöne Tour durch ein grandioses Ökosystem, tolle Ausblicke über das Inntal und hinein ins Karwendel, auf die Zillertaler und Stubaier Alpen. Und im Team haben wir alle die Tour von 23 km Wegstrecke und 1.100 Höhenmetern gut bewältigt. So schweben wir in der Gondel beschwingt wieder hinunter ins Tal. Einziger Wermutstropfen: am Parkplatz empfängt uns die Gluthitze wieder.

Tourenleitung: Sonja Schupsky
Teilnehmer*innen: Elvira Brandl, Claudia Honsberg, Lisi Kriegmaier, Hans Sterr
Bericht: Claudia Honsberg
Fotos: Hans Sterr

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