Skitour Pflerschtal

Traumziel für begeisterte Tourengeher

05.03.26 – 08.03.26 Zwei Wochen vor der Tour hat es endlich mal gute 30 cm geschneit. Aber dann wurde es wieder warm und regnete bis 2300 m rauf. Die Lawinengefahr war aufgrund der Altschneeproblematik mit 3 als ‚erheblich‘ eingestuft. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Mehrtagestour im wunderschönen Pflerschtal. Aber wie heißt es: Immer optimistisch bleiben. Und so fuhr das altbewährte Team aus Johanna, Ulli, Alex und mir (Flo) am Donnerstag direkt zum oberen Parkplatz auf 1500 Hm und gingen Richtung Maurerspitze los. Das Wetter war traumhaft. Allerdings war oberhalb 2000 Hm der 3er angesagt und so waren wir erst mal vorsichtig und sahen uns in Ruhe das Schneeprofil an: Gesamtschneehöhe 145 cm, eine Eislamelle 20 cm unter der Oberfläche mit einem Triebschneepaket drauf. Der extended column test ergab einen recht stabilen Aufbau der sogar bei voller Belastung nicht ins Rutschen kam. So gingen wir noch einige Höhenmeter bergauf um dann bei Erreichen des Anstiegs zum Gipfelhang zu beschließen, dass dieser aufgrund der Steilheit und deutlich sichtbaren Abrisskanten von abgegangenen Schneebrettern bei dieser Warnstufe zu riskant zu gehen ist. Außerdem sollten für den Anreisetag 950 hm reichen. Die Abfahrt war dann besser als erwartet und erfüllte uns voller Vorfreude auf die nächsten Tage.

Am Abend berieten wir das Programm für die nächsten Tage:  Am Samstag die lange Königstour mit 1600 hm auf die Agisspitze und morgen zur Einstimmung darauf noch auf die Ellesspitze.

Bild: Ulrich Retzer

Gesagt – getan. Beim Erreichen des Hochplateaus an dem man rechts zu unserm Tagesziel abbiegt war die Stimmung durch die bezaubernde Landschaft bei strahlend blauem Himmel und Kaiserwetter bei allen Teilnehmern auf dem Höhepunkt. Aber es sollte noch besser kommen. Ein bereits wieder abfahrender Kollege den wir aus unserem Hotel kannten berichtete uns, dass es möglich wäre mit den Skiern bis zum Gipfel aufzusteigen und von dort abzufahren. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So gingen wir die letzten Meter exponiert am Grat entlang bis zum höchsten Punkt und genossenen dort von 2660 Hm aus einen überragenden Rundumblick. Nach der Abfahrt konnten wir uns noch bei einem Bier in der Sonne vorm Hotel von den 1300 hm Aufstieg erholen und waren uns einig, dass der Tag heute ein Traum war. Übrigens wurde die Lawinenwarnstufe am Vorabend auf 2 heruntergestuft – was sich auch mit unserer Beobachtung am Anreisetag dort oben deckte. Also dann früh ins Bett und zeitig loskommen damit uns der Tag nicht davonläuft.

Also auf gehts zur Agisspitze – mit 3194 Hm Höhe bis zum Gipfel eine anspruchsvolle Tour. Allerdings haben wir als Maximalziel den Sattel auf rund 3000 hm im Visier weil der Aufstieg ganz hoch steil, ausgesetzt und daher für eine Truppe wie wir es sind denkbar ungeeignet ist. Nach anfangs mühsamer Wegfindung kamen mit etwas Abstand 2 enge Rinnen die uns steil und technisch eher schwierig in Richtung Gipfel bringen sollten. Die Temperatur war aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit und damit Sonneneinstrahlung enorm sodass wir gerade noch hochkamen bevor der Schnee unter uns zu rutschig wurde. Dann erreichten wir den Gletscher und die Aussicht auf die südlichen Nebengipfel mit ihrer Eis- und Schneelandschaft im Licht und Schattenspiel der Sonne dahinter ließen unsere Herzen höherschlagen. Wir beschlossen den letzten Anstieg zum Sattel nicht mehr hoch zu gehen, weil es schon später war als geplant und der bisherige Aufstieg aufgrund der hohen Temperaturen viel Kraft gekostet hat. 1450 hm sollten für heute auch reichen. Der erste Teil der Abfahrt war traumhaft, dann in die technisch schwierige Fahrt durch die Rinnen und im unteren, bereits schattigen Bereich etwas mühsam. Insgesamt aber war die Tour ein Highlight und hat – bei mir zumindest – die Grenze hin zu technisch und konditionell anspruchsvolleren Touren etwas nach oben verschoben. Abends durften wir im – wie bereits in den Vorjahren mit gutem Essen, feinem Wellness und familiärer Atmosphäre glänzendem Hotel ‚Panorama‘ noch der Party zum 18. Geburtstag der Tochter des Hauses beiwohnen. Allerdings wurde der Abend eher kurz, weil nach so viel frischer Luft, Bewegung und ein, zwei Schnapserl das Bett lautstark nach uns rief. 

Bild: Florian Eibl

Am Abschlusstag gingen wir noch in Richtung Wetterspitze los, machten nochmal 950 Hm und hatten einen wunderbaren Abschluss mit einem etwas verspätetem Mittagessen auf der Allrissalm. Dabei beschlossen wir, dass es nächstes Jahr, wieder am ersten Märzwochenende zu einer Wiederholung des Ganzen kommen soll und so haben wir jetzt ein ganzes Jahr die Vorfreude auf das grandiose Pflerschtal mit seinen zahlreichen Gipfeln – immer wieder ein Traumziel für begeisterte Tourengeher.

Teilnehmer: Johanna Niethammer, Ulrich Retzer, Florian Eibl

Bericht: Florian Eibl

Tourenführer: Alexander Schleier

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