Blitzeis und hüfttiefer Neuschnee

Neue Bamberger Hütte – Skitouren der HTG, 9.-11. Januar 2026

09.-11.01.2026 Wegen Blitzeis auf den Straßen im Voralpenland in den frühen Morgenstunden am Freitag (9.1.26) mussten wir unsere Abfahrt auf den Vormittag verschieben. Der Schneefall hatte sich in die Berge zurückgezogen, so dass wir nach Kelchsau an der Mautstelle für die Auffahrt zum Gasthof Wegscheid Schneeketten aufziehen mussten. Wir marschierten die schneebedeckte Fahrstraße in gut 2 Stunden hoch zur Neuen Bamberger Hütte auf 1756 mü.N.N. Nach einer kleinen Brotzeit starteten wir am frühen Nachmittag trotz Wind, Kälte und schlechter Sicht eine Erkundungstour an der Roßwildalm vorbei Richtung Schwebenkopf. Auf ca. 2000 m ü.N.N. waren wir dann zur Umkehr gezwungen aufgrund der fortgeschrittenen Nachmittagsstunde. Spätestens bei der Abfahrt mussten wir feststellen, dass es unter verblasenem Neuschnee keine Grundlage gab, d.h. Steinkontakt war garantiert. Allerdings war die Schneelage nach den vielen schneearmen Wochen davor deutlich besser als befürchtet. Nach der Rückkehr zur Hütte bezogen wir unsere schlicht, aber funktionell ausgestatteten Zimmer bzw. Lager. Zum Abendessen wurde vom sehr aufmerksamen Hüttenpersonal eine leckere Lasagne serviert. Nach dem Einholen von Informationen vom Hüttenwirt und von Gästen einigten wir uns auf den Tristkopf als Tourenziel für den Samstag.

Ein sehr reichliches Frühstücksbuffet sollte uns genug Energie für den Tag geben. Um 8 Uhr ging es bei leichtem Schneefall, tiefen Wolken und eingeschränkter Sicht dem Talverlauf südwärts folgend bis zu einer Bachquerung und dann links an einem Hang hoch bis zum Nadernachjoch auf 2100 m ü.N.N.. Nach einer kurzen Trinkpause und etwas besserer Sicht entschlossen wir uns den Tristkopf zu versuchen. Im südöstlichen Gipfelbereich gab es einen heiklen Hang zu queren, um dann das Skidepot zu erreichen. Die letzten 30 Höhenmeter zum felsigen Gipfel (2361 m ü.N.N.) erwiesen sich als unproblematisch. Schneewolken von Norden mahnten uns zur baldigen Abfahrt, die im lockeren Neuschnee bis zum Joch einige schöne Schwünge zuließ. Entlang der Aufstiegsspur tasteten wir uns zurück zur Hütte mit gelegentlichem Grundkontakt. Wie angekündigt setze nach Mittag stärkerer Schneefall mit viel Wind ein. Wir verbrachten einen entspannten Nachmittag auf der Hütte, u.a. mit Lesen und Schafkopfen. Das Abendessen war wieder sehr schmackhaft und reichlich. Die Wetterapps sagten Schneefall und stürmische Winde bis in die Morgenstunden voraus mit verschärfter Lawinenlage.

Deshalb verschoben wir den Abmarsch am Sonntag auf halb neun und suchten einen eher flachen Aufstieg Richtung Schwebenkopf. Da uns die stark eingewehten östlichen Gipfelhänge zu lawinengefährdet erschienen, fuhren wir im stellenweise hüfttiefen Schnee der Aufstiegsspur folgend bis zur Roßwildalm ab. Da das Wetter aufklarte, die Sonne hervorkam und der Wind nachließ, entschloss sich ein Teil der Gruppe den Schwebenkopf (2354 m ü.N.N.) auf einer anderen, schon gelegten Spur, erneut zu versuchen, was schließlich auch gelang. Die Abfahrt erforderte aber gute Routenwahl angesichts der großen Neuschneemengen. Der andere Teil der Gruppe sichtete eine schon gelegte Spur zum Schafsiedel. Auf ca. 2100 m ü.N.N. wurde das Gelände zu flach, um in dem tiefen Schnee noch abfahren zu können, weshalb wir uns in dem stellenweise knie- bis hüfttiefen Pulverschnee den Weg nach unten bahnten. Nach einer kurzen Kaffeepause auf der Hütte fuhren wir durch tief verschneite Bergwälder den Forstweg hinunter zum Parkplatz, wo wir erst mal das Auto vom Schnee freischaufeln mussten.

Die Heimfahrt gelang ohne besondere Vorkommnisse und wir können zufrieden auf ein abwechslungs- und schneereiches Wochenende zurückblicken.

Mit von der Partie waren Julia Elmer, Constanze Klotz, Wolfgang Lex, Mehmet Özbey, Hans Mau, Christian Reischl, Renate Resch, Rudi Riepl, Sabine Rübner und Chris Weber

Tourenbericht: Rudi Riepl
Totos: Diverse Teilnehmer

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