Skitouren rund ums Sadnighaus, südlich des Großglockners

Nachdem die Wetteraussichten für Freitag mehr als bescheiden waren, verständigten wir uns auf eine Abfahrt in Erding um 13 Uhr.

Freitag, 22.02.2019 Fahrt zum Sadnighaus, 1880m

Sadnighaus

Zwei Arbeitnehmer hat die spätere Abreise gefreut, da sie Ihren Urlaub für andere Bergziele aufsparen konnten. Erstaunlicherweise ging es recht flüssig auf der Autobahn voran. Diesmal sollte kein Euro-Spar für die Kaffeepause genutzt werden, wir steuerten das Café in Aurach bei Kitzbühel an. Wo es gut ist, zieht es Alpenkranzler immer wieder hin.

Weiter ging es nach Süden durch den Felbertauerntunnel nach Osttirol und von Lienz nach Norden zurück. In der kleinen Ortschaft Mörtschach in Kärnten zweigt das Astental nach Osten ab. Mit einigen engen Serpentinen führt die einspurige Straße knapp 1000 Höhenmeter zum Sadnighaus hinauf. Die letzten 5 Meter zum Parkplatz kam eines unserer Fahrzeuge ins Rutschen und musste noch Ketten anlegen! Für das andere Fahrzeug mit Allrad war der letzte eisbedeckte Absatz kein Problem. Das Sadnighaus, ein ÖAV-Haus, ist berühmt für sein tolles Essen und die angenehme Atmosphäre. Wir wurden nicht enttäuscht. Bei der Autorin hat es sich ergeben, dass gute Freunde, die in Deutschland mehr als 400 km entfernt wohnen, gerade in Heiligenblut im Skiurlaub waren und für ein exzellentes Abendessen und natürlich einen guten Ratsch die Auffahrt zum Sadnighaus in Kauf nahmen.

Bericht: Uta

Samstag, 23.2.2019 Hilmersberg 2673m

Wie das gestrige Abendessen lässt auch das Frühstücksbuffet nichts zu wünschen übrig. So gestärkt hoffen wir den vorhergesagten Unbilden des Wetters, den Sturmböen, standhalten zu können.

Zu Beginn gehen wir durch die Almsiedlung, die sehr malerisch im Lärchenwald oberhalb des Sadnighauses liegt. Schräg nach NO geht es weiter durch Rinnen und Mulden, alles hart gefroren. Wenn später die Sonne scheint, gibt es schönen Firn. GÄBE, muss es richtig heißen! Je weiter wir aufsteigen, desto heftiger die Windböen.

Man kann sie nahen sehen, kreisrund weht es den Schnee, wie im Auge eines Sturms. Schließlich bleiben wir jedes Mal stehen, wenn eine Böe kommt, da es einige sprichwörtlich umgeblasen hat beim Gehen. Am flachen Gipfel tauchen die Tauernriesen direkt vor uns auf: Sonnblick, oben ist das Observatorium zu sehen, und Großglockner.

Großglockner, von Süden ein beeindruckender Gipfel

Schnell Bilder gemacht und nichts wie weg hier! Brotzeit machen wir weiter unten an einer Alm, aber so ganz gemütlich wird es nicht.

Die Tour zum Hilmersberg hat knapp 850 Höhenmeter und daher gehen zwei eifrige Teilnehmer auf eigene Faust den Gipfel nach der Brotzeit nochmals an. In den eingeblasenen Triebschneemulden ist es gut zu fahren, dazwischen Waschbrettpiste.

Waschbrettpiste

Da am Sadnighaus vom Wind kaum etwas zu spüren ist und die Liegestühle belegt sind, nutzen wir den Nachmittag für eine Lawinenverschüttetensuche. Constanze hat Geräte mitgebracht und so vergeht die Zeit im Fluge mit Suchen, Sondieren, Schaufeln. Nun haben wir uns die Jause (im HP Preis inbegriffen) redlich verdient!

Danach geht es, je nach Geschmack, in die Bio-Sauna oder zum Ausruhen ins Bett. Entspannt treffen wir uns zum Abendessen um 18:30. Danach sind unsere Mägen gar nicht mehr entspannt! Mmmh, wirklich lecker!

Bericht: Constanze

Sonntag, 24.2.2019 Krahkopf 2844m

Stellkopf links, Krahkopf Mitte

Nach ausgiebigem Frühstück ging es rechtzeitig los Richtung Krahköpfe und Stellkopf: Zuerst mal ziemlich flach ansteigend Richtung Nordosten und dann steiler werdend in einem breiten Tal nach Norden.

Breites Tal nach Norden
Steiler werdend

Wir hatten nach dem Wetterbericht erwartet, dass wir puren Sonnenschein haben würden, ohne lästigen Wind. Das mit dem Wind erfüllte sich, das mit dem Sonnenschein jedoch nicht. Am Vormittag kamen Wolken auf, bedeckten den Himmel aber nie ganz. Bei der Abzweigung zwischen dem Anstieg auf die Krahköpfe (2844m) und den Stellkopf (2851m) entschieden wir uns zuerst mal auf die Krahköpfe zu steigen. Der Schnee war hart und die Verwendung von Harscheisen erwies sich als gute Idee.

ungemütlich

Auf dem Gipfel war es angesichts der Wolken nicht allzu gemütlich und wir beschlossen, ohne Brotzeit bis zur oben genannten Abzweigung abzufahren. Wie schon am Vortag erwies sich der harte, teilweise verharschte, manchmal windgepresste Schnee als überraschend gut zum Fahren. Michi und Uta waren noch nicht ausgelastet und beschlossen, dem Stellkopf noch einen Besuch abzustatten. Wir anderen fuhren ab.

Insbesondere dort, wo in flachen Rinnen Triebschnee lag, dessen Oberfläche recht glatt war, war recht gut zu fahren. Als wir weiter nach unten kamen, firnte es schon etwas auf und es war auch außerhalb der Triebschneerinnen ein Skifahren mit Spaß möglich. An der Kröllalm machten wir Brotzeit. Keine schlechte Idee, da währenddessen der Hang unterhalb ganz auffirnte und uns den skifahrerisch schönsten Teil der Abfahrt an diesem Tag bescherte.

Der Rückweg zur Hütte entlang des sehr flachen Astenbachtales war nur Schieberei mit einem kleinen anschließenden Anstieg zum Sadnighaus. Dort erwartete uns das übliche Nachmittagsprogramm: Umziehen, Durst löschen, duschen, ausruhen oder in die Sauna gehen. Das fünfgängige Abendmenü (Vorspeise, Suppe, Salatbuffet, Hauptgericht Cordon Bleu und Nachspeise) mundete ausgezeichnet – mittlerweile ist in manchen leicht erreichbaren Alpenvereinshütten der pure Luxus ausgebrochen. Ich denke an die ‚alte‘ Zeit, als ich in den 1970er Jahren mit dem Skitourengehen begonnen hatte: Man war froh, wenn es auf einer Hütte im Winter überhaupt warmes Wasser gab, hatte seine Verpflegung zum großen Teil selbst mit heraufgeschleppt, und nur am Abend gab es was vom Hüttenwirt: Nudeln, Tiroler Gröstl oder Erbsensuppe mit Würstel. Zur Körperpflege musste ein Abwaschen mit kaltem Wasser reichen. Ja, die Zeiten haben sich geändert.

Bericht: Wolfgang

Montag 25.02.2019, Rotwandeck-Rundtour

Rotwandeck

Nach einer ruhigen Nacht kündigt sich, beim ersten Blick aus dem Fenster, ein wunderbarer Tag an. Laut Wetterbericht soll heute der Wind nicht so ekelhaft sein. Das Frühstück ist, wie das Essen hier auf dem Sadnighaus allgemein: reichhaltig, üppig, gut. Eigentlich sehr gut!

Um kurz vor 9:00 geht es los, das Sadnighaus liegt noch im Schatten, und wir werden erst ein paar Meter abrutschen, bis wir im Talgrund der Asten unserer ersten Herausforderung des heutigen Tages entgegenschlurfen.

Herausforderung Steilhang

Ein knapp 300 Hm-Steilhang (bis 35°) fordert uns, und bringt einige ins Schwitzen, nicht nur wegen der zwischenzeitlich einstrahlenden Sonne. Die ein oder andere Passage ist trotz Sonne noch hart gefroren, und verlangt Harscheisen und saubere Gehtechnik.

Am Ende des Steilhangs schnaufen erst mal alle durch, und weiter geht’s in weitem Bogen in ein beeindruckendes Hochtal,

welches uns zu unserem ersten Ziel, dem Schobertörl (2360m) bringt. Das Schobertörl heißt so, weil von der Fraganter Seite kommend, sich einem hier der Blick in die Schobergruppe öffnet.Wir haben die Schobergruppe von der Terrasse des Sadnighauses stets im Blick, da erscheint einem der Name seltsam.

Auf dem Weg zum Schobertörl

Am Schobertörl gibt’s eine ausgiebige Rast, und der weitere Tourenverlauf wird kontrovers diskutiert. Letztendlich teilen wir uns in zwei Gruppen, wobei die eine dem direkt nördlich über dem Törl gelegenen namenlosen Gipfel (2617m) zustrebt, um von dort zum Fuß des Rotwandeck-Westgrates abzufahren. Hier vermittelt eine Markierungsstange auf ca. 2500m den Übergang in den Kessel unter den Krahköpfen, unserem gestrigen Ziel.

Die zweite Gruppe hat sich derweil vom Törl auf direktem Weg zur Westgratscharte gemacht, um dort die andere Kranzler zu erwarten. Nachdem wieder alle beisammen sind, entscheiden wir uns entgegen der ursprünglichen Planung, direkt in den Astengrund abzufahren, just zu der bereits gestern ausgemachten Alm.Die Abfahrt ist aufgrund der Steilheit (bis 40°) nicht einsehbar, und stellt die zweite Herausforderung des heutigen Tages dar. In Etappen tasten wir uns nach unten, und über Stockzeichen werden dabei die jeweils nachfolgenden Teilnehmer über „fahrbar“ bzw. „nicht fahrbar“ informiert.

Alle erreichen wir problemlos das Almgelände, und nach einem kurzen Gegenanstieg beeilen wir uns die restliche Abfahrt hinter uns zu bringen, denn die Sonne beschert uns für Februar eine pfundige Firnabfahrt. Unterhalb unseres Steilhangs von heute morgen, unten im Astner Moos, genießen wir, an eine Almhütte gelehnt, die Frühlingssonne, und philosophieren über die bessere Methode der Goldgewinnung: Schürfen oder Baggern.

Baggern oder Schürfen

Schweren Herzens machen wir uns gegen 14:00 auf die letzten Meter zum Sadnighaus, schließlich wollen wir die Nachmittagsjause und die Sauna nicht verpassen.

Bericht: Mike

Dienstag, 26.02.19, Der Mohar 2605m und das Göritzer Törl 2458m – oder „die kleine Karawane“ und der Sturm

Gleich nach dem Aufstehen geht der erste Blick zum Fenster. Der Himmel ist bewölkt und es stürmt wieder einmal. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und deponieren die Taschen im Keller des Sadnighauses. Heute steht der Mohar 2605m auf dem Programm. Gut gelaunt steigen wir die ersten Höhenmeter hinauf. Super, hier ist es windstill und wir ziehen unsere Jacken aus. Das Wetter scheint ja doch ganz gut zu werden. Weiter geht es an Ferienhütten und Almen vorbei. Wir erreichen die freien Almhänge und plötzlich kommt Wind in Sturmstärke auf. Schnell ziehen wir unsere Jacken an. Langsam zieht „die kleine Karawane“ den Berg hinauf. Einzelne Ausfallschritte sind notwendig, um dem Sturm zu trotzen.

Die Stimmung der Kranzler sinkt

Die Stimmung der Kranzler sinkt und einzelne Teilnehmer beginnen zu murren. Angesichts des abgeblasenen Gipfelhanges vom Mohar und des Sturms, beschließen wir bei der ersten Trinkpause alternativ auf das benachbarte Göritzer Törl zu steigen. Hier scheint die Schneelage etwas besser zu sein.

Bilder der kleinen Karawane 1 bis 7, von einem besseren Tag!

Schweigsam steigt „die kleine Karawane“ weiter bergwärts. Nur das Pfeifen des Sturms ist zu hören. Wir erreichen das Göritzer Törl 2458m und fügen noch einen kleinen Hang hinzu, bis wir in 2520m Höhe einen freien Blick auf den Großglockner haben. Angesichts der stürmischen Verhältnisse ist hier oben an eine Gipfelrast nicht zu denken. Nach einem etwas aufwendigeren Abfellen starten wir die Abfahrt zur Hütte. Der Schnee ist beinhart und erfordert den ganzen Krafteinsatz.

Nach Erreichen der Sadnighütte ziehen wir uns schnell um, da die Straße ins Tal ab 12:00 Uhr wegen Lawinengefahr gesperrt werden soll. Um 11:50 Uhr passieren wir das Sperrschild und fahren die enge Straße ins Tal hinunter, wo wir bei jetzt strahlendem Sonnenschein bis nach Matrei fahren. Hier machen wir beim „MPREIS“ unsere obligatorische Pause. Einzelne Teilnehmer kaufen noch den guten Estragon Senf und andere österreichische Spezialitäten ein. Anschließend fahren wir ereignislos weiter nach Erding.

Der Dank der „kleinen Karawane“ geht an unsere Tourenleiterin Constanze. Wie immer hat Sie ein außergewöhnliches und tolles Tourenziel ausgesucht und souverän geleitet.
Das Sadnighaus ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Wie heißt es so treffend auf der Internetseite:
„Besuchen Sie uns im Astental und erleben Sie ein Naturparadies zum Entspannen und Wohlfühlen, ein Skitourenparadies für Genießer und aktive Sportler, ein Almparadies mit regionalen Schmankerln und Köstlichkeiten und eine herzliche Gastfreundschaft im Sadnighaus.
Margit verwöhnt Sie mit Charme und Freundlichkeit und Klaus sorgt für kulinarische Erlebnisse auf höchster Stufe“
.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bericht: Roland

Teilnehmer, von links nach rechts:
Michael Kreuz, Constanze Klotz, Roland Stary, Großglockner,
Michael Grötsch, Uta Mentz, Wolfgang Mayr, Hans Buchmann

Tourenleitung: Constanze Klotz